Krebs: Licht entdeckt verdächtige Zellen vor der Mutation

12. März 2006, 15:30
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Streuungsgrad gibt Aufschluss über den Zustand der Zelle

Durham - Englische Wissenschaftler haben ein medizinisches Instrument entwickelt, das mit Licht nach frühen Anzeichen für Krebs sucht. Dabei emittiert das Instrument Licht auf eine Zellschicht. Wenn das Licht auf den Zellkern trifft, wird es zerstreut und gibt den Wissenschaftlern je nach Streuungsgrad Aufschluss über den Zustand der Zelle. Präkanzeröse Zellen weisen einen charakteristisch vergrößerten Zellkern auf, der das Licht anders als ein gesunder Zellkern bricht. Ihre Ergebnisse wird das Forscherteam um Adam Wax von der Duke's Pratt School of Engineering am 15. März im Fachmagazin Optics Letters veröffentlichen.

Die neue faseroptische Sonde könnte Ärzten helfen, schmerzlos und sehr schnell die Oberflächen von Haut, Lunge sowie Verdauungs- und Geschlechtstrakt auf Zellmutationen abzusuchen. Im Vergleich zu heutigen Untersuchungsmethoden, bei denen oft Gewebeproben ins Labor geschickt werden müssen, liefert das neue Instrument Ergebnisse in Bruchteilen einer Sekunde. Damit steigt auch die Chance auf Heilung, da der Arzt so auf verdächtige Stellen aufmerksam gemacht wird. Die vorläufigen Ergebnisse aus Tierversuchen seien viel versprechend, so Medizin-Technik-Ingenieur Adam Wax. Als nächster Schritt sind klinische Tests an Menschen geplant.

"Krebs-Früherkennung ist extrem wichtig, da die meisten Tumore geheilt werden können, wenn sie nur früh genug gefunden werden", betont Eva Kalbheim, Pressesprecherin der Deutschen Krebshilfe e.V., im Gespräch mit pressetext. Bei Brustkrebs in Größe von unter einem Quadratzentimeter bestehe eine Heilungschance von über 90 Prozent, so die Medizinerin. "Deshalb rät die Deutsche Krebshilfe dringend Angebote zur Krebs-Früherkennung zu nutzen", unterstreicht Kalbheim abschließend. (pte)

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