Blair warnt Teheran vor "sehr ernster Situation"

13. März 2006, 13:34
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"Mit den Rechten sind Pflichten verbunden" - "Verzerrten Blick auf Islam überwinden"

Prag - Im Atomstreit mit dem Iran hat der britische Premierminister Tony Blair die Führung in Teheran ermahnt, ihre internationalen Verpflichtungen einzuhalten. "Geschieht dies nicht, entsteht eine sehr ernste Situation", sagte Blair am Freitag in Prag. Es gehe in der Diskussion über das iranische Atomprogramm nicht darum, dem iranischen Volk bestimmte Rechte vorzuenthalten, unterstrich er. "Mit diesen Rechten sind aber gewisse Pflichten verbunden." Es sei nötig, dass die internationale Gemeinschaft diesen Prozess genau verfolge, sagte Blair. Der Iran habe weiter verschiedene Möglichkeiten, um einzulenken.

"Sehr wichtig"

Anlässlich des zweiten Jahrestages der Anschläge in Madrid an diesem Samstag sagte der Premierminister, der weltweite Kampf gegen den Terror müsse weitergehen. "Die Verbreitung der Demokratie wird jedoch von Dingen kompliziert, die sich weit weg von uns ereignen. Aber was im Nahen Osten, im Irak und in Afghanistan geschieht, ist sehr wichtig." Es gehe auch darum, einen "verzerrten Blick auf den Islam" zu überwinden, betonte Blair.

Der tschechische Ministerpräsident Jiri Paroubek rief nach einem Treffen mit Blair die internationale Gemeinschaft auf, enger mit arabischen Staaten zusammenzuarbeiten. Bei seinen Besuchen in Marokko und Tunesien habe er gespürt, dass vor allem Europa verpflichtet sei, mit der arabischen Welt intensiven Kontakt aufzunehmen. (APA/dpa)

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