1,3 Millionen Menschen leben in Lateinamerika wie Sklaven

17. März 2006, 06:56
1 Posting

Indigene Bevölkerung in Peru, Bolivien und Paraguay besonders betroffen

Sao Paulo - Mehr als 1,3 Millionen Menschen in Lateinamerika leben unter Bedingungen, die der Sklaverei ähneln. Besonders betroffen sei die indigene Bevölkerung in Peru, Bolivien und Paraguay, sagte ein Berater der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Anthropologe Eduardo Bedoya, am Donnerstag (Ortszeit) am Rande einer internationalen Agrarkonferenz im brasilianischen Porto Alegre.

Holz, Zuckerrohr, Farmen

In Peru würden ungefähr 20.000 Indigenas beim Holzfällen im Amazonas-Gebiet wie Sklaven gehalten, sagte Bedoya. Anwerber würden ganze Familien für sechs bis zwölf Monate zur Arbeit verpflichten, bei der die Menschen dann wie Gefangene behandelt würden. In Bolivien würden die Indigena-Zwangsarbeiter auf Zuckerrohrplantagen eingesetzt. Vor allem Indigenas vom Stamm der Guarani müssten in Paraguay auf Farmen schuften.

Das brasilianische Arbeitsministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, in Brasilien seien im vergangenen Jahr mehr als 4100 Landarbeiter und Bauern aus Zwangsarbeitsverhältnissen befreit worden. Nach Schätzungen verschiedener Organisationen werden in Brasilien zwischen 20.000 und 50.000 Menschen durch Zwangsarbeit ausgebeutet. (APA)

Share if you care.