Bush sorgt sich um Image der USA in arabischer Welt

13. März 2006, 11:47
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US-Präsident verliert in Umfragen immer mehr an Boden

Washington - Wegen der Auseinandersetzungen rund um die umstrittene Übernahme amerikanischer Häfen durch eine arabische Firma hat sich US-Präsident George W. Bush besorgt über die möglichen Auswirkungen auf das Verhältnis zu den Partnern der Vereinigten Staaten im Nahen Osten geäußert. Mit Blick auf den erbitterten Widerstand im Kongress gegen die Übernahme sagte Bush am Freitag in Washington, dies sei ein falsches Signal an die Verbündeten gewesen.

"Ich frage mich, welche Botschaft das unseren Freunden in aller Welt, vor allem im Nahen Osten, schickt", sagte Bush in einer Rede vor Zeitungsverlegern. "Um den Krieg gegen den Terrorismus zu gewinnen, müssen wir unsere Beziehungen und Freundschaften mit moderaten arabischen Ländern stärken."

Unter den US-Bürgern wächst die Unzufriedenheit mit Präsident George W. Bush. Laut einer am Freitag veröffentlichten Ipsos-Erhebung im Auftrag der Nachrichtenagentur AP sind nur noch 37 Prozent mit seiner Amtsführung zufrieden. Mehr als die Hälfte der 1.000 Befragten stellte indessen seine Regierungsfähigkeit offen in Frage. Bezeichnend war auch der Rückgang der Zustimmungsquote unter republikanischen Parteimitgliedern: Sie fiel seit Februar von 82 auf 74 Prozent.

Skepsis

Besonders skeptisch äußerten sich die Befragten zur Lage im Irak. Fast 80 Prozent zeigten sich überzeugt, dass ein blutiger Bürgerkrieg dort unabwendbar sei. Auch 70 Prozent der befragten Republikaner waren dieser Ansicht. Insgesamt sagten fast 70 Prozent, dass sich die USA auf falschem Kurs befänden - sechs Prozent mehr als im Februar. Insgesamt fiel die Zustimmung zur Außenpolitik des Präsidenten von 47 auf 43 Prozent, zur Innenpolitik von 39 auf 36 Prozent.

Der Sympathieverlust Bushs bei den Republikanern hat Analysten zufolge schon dazu geführt, dass sich republikanische Politiker immer mehr von ihrem Präsidenten distanzieren. Viele von ihnen befürchteten nämlich, bei den Teilwahlen zum Kongress im November ihre Posten zu verlieren. Immerhin ergab die Umfrage auch, dass die oppositionellen Demokraten derzeit mit 47 Prozent Zustimmung vor den Republikanern liegen, für die ein Wert von 36 Prozent ermittelt wurde. (APA/AP/dpa)

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