Schlusslicht Admira fordert Salzburg

11. März 2006, 20:26
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Sieg für Mozartstädter Pflicht, Austria empfängt Angstgegner Pasching, GAK hofft auf Punkte gegen Wacker, Mattersburg vs Sturm

Wien - Die Salzburger Bullen stehen im Fernduell mit der Wiener Austria um den österreichischen Fußball-Meistertitel vor einem Pflichtsieg. Die Mozartstädter treffen in der 26. Bundesliga-Runde am Samstag in Wals-Siezenheim auf Schlusslicht Admira und wollen sich dabei für die 0:4-Schlappe vor einer Woche gegen Sturm Graz rehabilitieren, auch wenn die Südstädter seit dem Trainerwechsel einen Aufwärtstrend erkennen ließen. Die weiteren Paarungen lauten Austria - Pasching, Mattersburg - Sturm und GAK - Wacker Tirol, am Sonntag empfangen die heimstarken Rieder Titelverteidiger Rapid.

Jara will auf Siegerstraße zurück

Salzburg-Trainer Kurt Jara ist überzeugt, dass seine Mannschaft aus der höchsten Niederlage in der Red-Bull-Ära die richtigen Lehren gezogen hat. "Wir wollen wieder auf den richtigen Weg zurück", kündigte der Tiroler an.

Dieser Weg müsse nicht unbedingt zum Titel führen. "Wir haben jetzt noch elf Spiele zur Verfügung, um den zweiten Platz abzusichern." Als Aufgabe im Meisterrennen will Jara diese Aussage aber nicht verstanden wissen. "Wir werden selbstverständlich alles versuchen, um Meister zu werden."

Kein Spaziergang

Gegen die Admiraner laufen die heimstarken Bullen zwar als klarer Favorit ein, der Coach warnte aber vor den scheinbar wiedererstarkten Niederösterreichern. "Wir brauchen einen Sieg gegen die Admiraner, aber das wird kein Spaziergang, denn die sind im Aufwind."

Tatsächlich ist im Lager der Südstädter nach dem 3:0-Auswärtssieg gegen Pasching wieder die Hoffnung da, den Rückstand von zehn Punkten auf Mattersburg wettzumachen und doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. "Auch wenn es sehr schwer wird - im Fußball sind immer Überraschungen möglich. Wir haben nichts zu verlieren", meinte Admira-Headcoach Hubert Baumgartner, für den die Partie in der Salzburger EM-Arena ein "Duell David - Goliath" ist.

Austria gegen "Angstgegner"

"Das wird um ein Eck schwerer als das Derby, das Spiel so ähnlich wie gegen Sturm Graz ablaufen". Die Einschätzung stammt von Austria-Trainer Frenkie Schinkels und bezieht sich auf das Duell der Wiener mit dem FC Superfund im Wiener Happel-Stadion. Die Statistik liefert die Bestätigung für den Respekt: In bisher 14 Partien gingen die Violetten fünf-, die Paschinger sechsmal als Sieger vom Platz.

Die Heimbilanz des aktuellen Spitzenreiters gegen den Tabellenfünften mit 3:4-Siegen spricht auch nicht gerade für die seit neun Spielen ungeschlagenen Veilchen, deren Keeper Joey Didulica zuletzt in 831 Minuten kein Tor kassiert hat. "Es war immer schon schwer, Pasching Tore zu schießen, sie haben etliche erfahrende Spieler und mit dem neuen Trainer Didi Constantini, der gegen seinen Ex-Klub unbedingt gewinnen will, viel frischen Wind. Ich erwarte eine starke Truppe", sagt Schinkels.

Rushfeldt statt Linz

Daher gibt er seine Aufstellung diesmal auch nicht vorher preis. "Es gehen mir noch viele taktische Gedanken durch den Kopf, wie man den Gegner am besten bekämpft", so der gebürtige Niederländer, der aber auf einer Position gezwungen ist, sein "winning team" zu ändern. Anstelle des gesperrten Roland Linz stürmt wieder Sigurd Rushfeldt. Um Meister zu werden, sind auch diesmal drei Punkte das Ziel. "Und so werden wir das Spiel auch anlegen", sagt Schinkels.

Das gute Omen: Gegen Pasching hat das Trainer-Duo Schinkels/Peter Stöger am 11. Mai 2005 eine gelungene violette Heimpremiere gefeiert. Die Hausherren haben damals im wegen der Vorfälle gegen den GAK zum "Geisterspiel" gewordenen Match gegen Superfund 4:0 triumphiert. Am 28. August gab's in Favoriten allerdings ein 0:2 mit einem Eigentor durch Mario Tokic und einem Torassist von Mikael Antonsson.

Geht es nach dem Gesetz der Serie - das jüngste Duell hat die Austria im Waldstadion durch ein Linz-Tor 1:0 gewonnen - wären jetzt wieder die Gäste am Zug. Für den Paschinger Interimscoach Constantini zählt aber die Statistik weit weniger als die Qualitäten des Gegners. "Die Austria ist Favorit. Das ist eine absolute Top-Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern, die aber als Kollektiv auftreten", lobte der Tiroler seinen Ex-Klub.

Constantini: "Erfolgsgeheimnis habe ich keines"

Der frühere Happel-Assistent im ÖFB-Team rechnet sich in seinem Liga-Debüt auf der Pasching-Bank dennoch einiges aus, zumal ihm die Oberösterreicher nach dem verkorksten Frühjahrsstart zuletzt mit dem 3:1 im Cup gegen den Vizemeister GAK gleich in seiner ersten Partie einen Sieg schenkten. "Erfolgsgeheimnis habe ich keines, außer dass ich den Spielern Respekt entgegenbringe."

Sturm in Mattersburg

Der einzige verblieben Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg, SV Mattersburg, könnte sich mit einem Heimsieg gegen Sturm Graz einen komfortablen Polster verschaffen. "Wichtig wird sein, dass wir näher am Mann stehen als die Salzburger vor einer Woche und das erste Tor machen", sagte Mattersburg-Betreuer Franz Lederer.

Für seinen Widerpart Michael Petrovic ist das 4:0 gegen die Bullen schon fast eine Hypothek. "Viele glauben, wir gewinnen wieder, weil wir gegen Salzburg klar gewonnen haben. Aber das stimmt nicht, das wird für uns ein sehr schwieriges Match."

GAK hat drei Punkte eingeplant

Stadtrivale GAK hat vor eigenem Publikum gegen Wacker Tirol drei Punkte eingeplant, um Rang drei abzusichern und nach dem Cup-Ausscheiden die Chance auf das internationale Geschäft zu wahren. "Wir haben großen Respekt vor Wacker, aber wenn wir wieder zu unserem Spiel finden, werden wir gewinnen", prognostizierte Trainer Lars Söndergaard. (APA)

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