Aufgegeben wird ein Brief

12. März 2006, 20:48
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Meister Capitals hoffen nach drei Pleiten auf ersten Playoff-Erfolg gegen Salzburg - Bulls-Kapitän Kalt: "Nichts entschieden"

Wien - Der Finanzkrösus und Meisterschaftsfavorit der Erste Bank Eishockey Liga, Red Bulls Salzburg, hat am Sonntag (18:00 Uhr) in der Schultz-Halle die erste Chance, die Semifinalserie gegen Titelverteidiger Vienna Capitals für sich zu entscheiden. Nach dem 6:3-Heimerfolg über die Wiener, mit dem das Team des schwedischen Trainers Hardy Nilsson in der "best of seven"-Serie auf 3:0 stellte, zweifeln die Wenigsten am Finaleinzug der Salzburger. Aufgegeben hat sich der (noch) amtierende Meister allerdings noch nicht. "Wenn uns das 1:3 gelingt, ist wieder alles möglich", gab sich "Caps"-Coach Jim Boni kämpferisch.

Auch in den Reihen der Salzburger wollte man von einer Entscheidung noch nichts wissen. Red Bulls-Kapitän Dieter Kalt, der im vergangenen Jahr den Meister-Pokal als Spielführer der Capitals in Empfang nahm, zeigte sich nach dem sechsten Sieg im sechsten Saison-Heimspiel gegen die Wiener noch vorsichtig: "Diesen Sieg haben wir uns schwer erarbeiten müssen. Wir haben die Capitals aber nicht unterschätzt, haben gewusst, dass eine ganz schwere Partie auf uns zukommt. Und mit dieser Einstellung, nämlich dass noch nichts entschieden ist, gehen wir auch ins nächste Spiel am Sonntag in Wien."

Den Cross-Check von Capitals-Verteidiger Mitchell, der Kalt am vergangenen Sonntag in Wien kurz vor Spielende niederstreckte, hat der ehemalige Deutschland- und Schweden-Legionär bereits "abgehakt und vergessen. So etwas passiert in den Playoffs". Coach Nilsson war trotz der beruhigenden 3:0-Führung unzufrieden: "Im Mitteldrittel haben wir den Faden verloren. Wir hätten das Spiel viel früher für uns entscheiden müssen.

Der "Neue" der Salzburger, Patrick Thoresen, hatte sich in der Volksgarten Eisarena gleich mit Tor und Assist eingestellt und war vom Publikum zum Spieler des Abends gewählt worden. "Eine Super-Stimmung und überraschend hohes Niveau", verteilte der norwegische Teamspieler nach dem gelungenen Einstand artig Komplimente.

Nilssons Gegenüber Boni kündigte für das zweite Heimspiel der Serie an: "Mit 0:4 wollen wir nicht ausscheiden. Das Team hat Charakter und will unbedingt zumindest einen Sieg." Aus dem italo-kanadischen ÖEHV-Teamchef sprach auch die Anerkennung für Salzburg: "Die Red Bulls sind im Kader weit tiefer und ausgeglichener als alle anderen Teams." Diese Aussage belegte auch die Tatsache, dass bei den Salzburgern mit Auer, Harand, Pinter und Mairitsch am Donnerstag gleich vier Stürmer weitgehend zusahen.

Die zweite Halbfinalserie zwischen dem VSV und Innsbruck bleibt trotz des 4:1-Heimsieges und der 2:1-Führung der Kärntner weiter spannend. Mit dem vierten Heimsieg des Duells in Spiel vier können die Tiroler am Sonntag neuerlich ausgleichen. VSV-Coach Greg Holst war mit dem jüngsten Auftritt seiner Truppe zufrieden: "Die Disziplin hat gepasst. Wir waren kompakter als in Spiel zwei in Innsbruck." So wie Salzburg-Coach Nilsson durfte sich auch Holst über den perfekten Einstand einer Neuerwerbung freuen. Gauthier-Ersatzmann Stephane Roy überzeugte so wie Thoresen in Salzburg mit Tor und Assist.

HCI-Stürmer Andi Pusnik, der seine letzte Saison für die "Haie" absolviert, war nach der Abfuhr in der Villacher Stadthalle verärgert: "Wir haben dem VSV zu viele Geschenke gemacht. Die Villacher haben verdient gewonnen." (APA)

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