"Kein Platz" bei EU-Bildungsministern: Studenten-Gipfel in Wien

27. März 2006, 12:19
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120 europäische Studentenvertreter tagen in Wien - ÖH vermisst "drängendste Probleme der Studenten" bei EU-Rat Bildung

Wien - Weil die Studierenden beim informellen EU-Bildungsminister-Treffen kommende Woche (16.-17. März) "keinen Platz haben", veranstalten die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) und die europäische Dachorganisation von nationalen Studentenvertretungen ESIB an diesem Wochenende einen Studentengipfel in Wien. Mehr als 120 Studentenvertreter wollen dabei ihre Forderungen an die Politik formulieren. "Die drängendsten Probleme der Studenten" vermisste die stellvertretende ÖH-Chefin Barbara Blaha bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien allerdings auf der Tageordnung des Bildungsminister-Treffens.

Die "European Students Conventions" findet seit dem Jahr 2000 zwei Mal im Jahr jeweils vor dem Bildungsminister-Gipfel statt und wird von der Studentenorganisation des jeweiligen EU-Ratspräsidentschaftslandes gemeinsam mit der ESIB organisiert. Die ESIB vertritt 44 nationale Studentenvertretungen aus 34 Ländern und repräsentiert mehr als zehn Millionen Studenten europaweit. "Wir versuchen, auf europäischer Ebene Druck zu machen, damit die Stimme der Studenten gehört wird", sagte ESIB-Vorsitzender Justin Fenech.

Lissabon-Prozess

Im Zentrum des Wiener Studenten-Gipfels steht der Lissabon-Prozess, den die Studierenden sehr kritisch sehen. Für das Ziel, bis 2010 der dynamischste Wissens- und Wirtschaftsraum zu werden, werde Einiges in Kauf genommen, meinte ÖH-Vorsitzende Rosa Nentwich-Bouchal (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS): "Unter dem Mäntelchen des Lissabon-Prozesses stecken auch Studiengebühren, Entdemokratisierung und Zugangsbeschränkungen.

Blaha (Verband Sozialistischer StudentInnen/VSStÖ) kritisiert an dem informellen EU-Rat das Fehlen von Themen, "die uns Studierende unter den Nägeln brennen". Als Beispiel nannte sie die Problematik der österreichischen Zugangsbeschränkungen. Von den Bildungsministern fordern die Studentenvertreter eine gesamteuropäische Lösung der Problematik rund um die Zugangsbeschränkungen, die auch ein "kostensolidarisches Finanzierungsmodell" beinhalten müsste.

Weiters fordern die Studenten keine Kürzung der Mittel für die Mobilitätsprogramme der EU. Außerdem sollten Studierende, die ihr Studium im Ausland selbst organisieren, vom Heimatland unterstützt werden und im Studienland den Zugang zu Stipendien erhalten. (APA)

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