Deutschland will Rahmenbedingungen für Hedge-Fonds lockern

28. März 2006, 11:20
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Ziel der Initiative ist unter anderem eine Lockerung der Meldepflichten für Investmentfonds an die Finanzaufsicht BaFin

Berlin - Die deutsche Bundesregierung will die Rahmenbedingungen für Hedge-Fonds lockern. Dies soll im Rahmen der bereits seit längerem geplanten Novelle des Investmentgesetzes geschehen, wie der Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium Jörg Asmussen der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) sagte. Ziel der Initiative sei unter anderem eine Lockerung der Meldepflichten für Investmentfonds an die Finanzaufsicht BaFin. Dies gelte auch für Hedge-Fonds. Die Änderungen sollten zum Jahresbeginn 2007 in Kraft treten.

Der Bundesverband Alternative Investments (BAI) begrüßte das Vorhaben. "Es gibt großen Nachbesserungsbedarf. Jedes Detail, das liberalisiert wird, hilft dem Hedge-Fonds-Bereich auf die Sprünge", sagte Achim Pütz, Vorsitzender des BAI-Vorstandes. Es gebe eine Vielzahl von Regelungen, die die Entwicklung der Branche in Deutschland hemmten. So seien die Anlagerestriktionen für die in Deutschland zugelassenen Hedge-Fonds international nur schwer durchsetzbar.

Vertrieb seit 2004 erlaubt

Der Vertrieb von Hedge-Fonds ist in Deutschland erst seit Anfang 2004 erlaubt. Bisher verlief die Entwicklung der Branche eher schleppend. Mit dem Lion Global Opportunity schließt in Kürze ein Hedge-Fonds einer deutschen Gesellschaft. Dieser Fonds ist allerdings nicht nach deutschem Recht aufgelegt, sondern operiert von den Bermudas aus. Der Ausstieg des Großinvestors HVB aus dem Fonds habe dazu geführt, dass auch andere Anleger ihre Mittel abgezogen hätten, erklärte Peter Neumayer von Lion Advisors, der Beratergesellschaft des Fonds. "Uns ist es nicht gelungen, neue Anleger hereinzubekommen. Zuletzt hat sich das Fondsvolumen auf 23 Mio. Euro belaufen. Das hat sich wirtschaftlich einfach nicht mehr gelohnt", sagte Neumayer. In der Spitze habe das Vermögen des Fonds bei 275 Mio. Euro gelegen.

Branchenkenner halten es für möglich, dass auch einige in Deutschland zugelassene Produkte wegen ihres zu geringen Fondsvolumens schließen könnten. Rund zwei Mrd. Euro sind nach Angaben des BAI derzeit in die mehr als 40 in Deutschland zugelassenen Hedge-Fonds investiert. Wirtschaftlich sinnvoll ist nach Worten eines BAI-Sprechers ein Hedge-Fonds ab einem Fondsvolumen von rund zehn bis 30 Mio. Euro. (APA/Reuters)

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