Ferrero-Waldner: Iran soll russischen Kompromissvorschlag akzeptieren

13. März 2006, 13:34
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Kommissarin sieht "noch Zeit für diplomatische Lösung"

Salzburg - Im Atomstreit mit dem Iran hat EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner die Regierung in Teheran aufgefordert, den russischen Kompromissvorschlag zu akzeptieren. Das Angebot Russlands "ist noch am Tisch", sagte die Kommissarin am Freitag zum Auftakt des informellen EU-Außenministertreffens in Salzburg. "Es besteht noch Zeit für eine diplomatische Lösung", betonte die Kommissarin.

Der Iran sollte das russische Angebot annehmen, sagte Ferrero-Waldner. Auf die Frage zu möglichen Sanktionen, die der EU-Außenbeauftragte Javier Solana in einem Interview nicht ausgeschlossen hat, erklärte die Kommissarin: "Im Prinzip, stimme ich zu." Man müsse aber erst sehen, wie sich die Gespräche weiter entwickeln. "Es ist noch immer der Moment da für eine diplomatische Lösung."

"Zutiefst besorgt"

Die EU sei allerdings "zutiefst besorgt" über die Entwicklung im Iran, betonte Ferrero-Waldner. Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO sei bisher nicht zur Auffassung gekommen, dass das iranische Nuklearprogramm von friedlicher Natur sei. "Der Iran hat viel Vertrauen der internationalen Gemeinschaft verloren", betonte die Kommissarin.

Teheran müsse zu einem Moratorium bei der Atomanreicherung zurückkommen. Auch eine Einschaltung des UNO-Sicherheitsrates sei nicht das Ende der diplomatischen Bemühungen. Die EU wolle den Iran nicht isolieren, dieser dürfe dies aber auch nicht selbst tun, sagte Ferrero-Waldner. (APA)

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    Benita Ferrero-Waldner, Kommissarin

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