Seltene Lebererkrankung könnte durch Giftmüll ausgelöst werden

10. März 2006, 12:26
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US-Studie: PBC-Erkrankungen treten gehäuft in der Nähe von Giftmülldeponien auf

New York - Die Entstehung einer seltenen und gefährlichen Lebererkrankung steht vermutlich mit der Belastung durch Giftstoffe in Zusammenhang. Im US-Bundesstaat New York wurde die so genannte Primäre Biliäre Zirrhose (PBC) jetzt gehäuft im Umkreis von Giftmülldeponien festgestellt. Die chronische Entzündung der Gallengänge in der Leber greift später auf das eigentliche Lebergewebe über und kann eine tödliche Zirrhose auslösen. Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt.

US-Forscher verglichen nun die Wohnorte von 172 Patienten, die im Staat New York auf eine Lebertransplantation warteten, mit der Nähe zu Giftmülldeponien ab. Die Patienten litten entweder an PBC oder an Primärer Sklerosierender Cholangitis (PSC), einer ähnlichen Entzündung der Gallengänge, die ebenfalls auf die Leber übergreifen kann.

Vermutete Ursache

Die PBC-Erkrankungen traten gehäuft in der Nähe von Giftmülldeponien auf, für PSC stellten die Forscher dagegen keinen derartigen Zusammenhang fest. Auf den Deponien werden unter anderem flüchtige organische Verbindungen wie Benzol oder Toluen, chlorierte Kohlenwasserstoffe oder aromatische Kohlenwasserstoffe gelagert. Die Forscher vermuten, dass die Giftstoffe über die Atemwege aufgenommen wurden.

"Dies ist die erste epidemiologische Studie, die eine statistisch bedeutende Häufung von PBC-Patienten in der Nähe bekannter Quellen von Umweltgiften zeigt, und eine von wenigen Studien, die die Nähe zu Giftmülldeponien mit einer bestimmten Krankheit verbindet", schreiben die Forscher in der Zeitschrift "Hepatology". (APA/AP)

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