"Die Qualität von SUSE Linux hat oberste Priorität"

29. März 2006, 10:37
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Holger Dyroff von Novell im Gespräch mit dem WebStandard über die Community-Distribution

Eine CeBIT ohne neue Version von SUSE Linux - das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Naturgemäß weniger erfreut ist darüber auch Novells Vice President Product Management & Marketing für die Linux-Distribution, Holger Dyroff. Allerdings sei die Qualität der Distribution oberste Priorität, darum habe man sich zu einer Verschiebung entschlossen.

Konzentration

Die Bug-Freiheit stehe dieses mal besonders im Zentrum, immerhin würde die neue Version die Basis der nächsten Enterprise-Produkte bilden. Eigene Schuld oder gar eine Fehlplanung sieht Dyroff nur begrenzt, immerhin sei man etwa im Falle der Virtualisierungstechnologie XEN - neben dem neuen Paketmanager der Hauptgrund für die Verzögerung - von äußeren Faktoren abhängig, die man nur begrenzt beeinflussen könne.

Zentral

Und gerade XEN sei eine Technologie, die für die neuen Enterprise-Produkte von essentieller Bedeutung sei. Von den eigene KundInnen werde dies seit Monaten vehement gefordert, gerade in Konkurrenz zu anderen Lösungen - wie etwa Suns Container - sei es also wichtig dies möglichst bald auszuliefern.

Mitte April

Einen hundertprozentig gesicherten Release-Zeitpunkt für SUSE Linux 10.1 gebe es derzeit noch nicht, man visiere allerdings Mitte April an. Zum ersten Mal soll die neue Version dafür gleich nach dem Erstellen der "Gold Master" zum Download angeboten werden, also noch bevor die Kaufpakete im Handel erhältlich sind.

Anpassun

Die unlängst angekündigte Verschiebung auf einen achtmonatigen Release-Zyklus - bisher gab es alle 6 Monate eine neue Version von SUSE Linux - sei vor allem eine Anpassung an den Zeitplan der Enterprise-Produkte, so Dyroff. Diese würden ca. alle 24 Monate erneuert werden, ein 8-Monats-Rhythmus mache da einfach mehr Sinn, da man so auch mehr Neuigkeiten in die einzelnen Versionen packen könne.

Testbecken

Die Einschätzung, dass die Distribution seit der Übernahme durch Novell immer mehr zu einem Testbecken für die Enterprise-Produkte geworden ist, und dadurch auch die Qualität gelitten hat, kann Dyroff hingegen nicht teilen. SUSE Linux sei immer schon ein "Preview von kommenden Enterprise-Features" gewesen, da mache es dann auch Sinn noch unausgereifte Technologien so schnell wie möglich zu integrieren.

Xgl nicht eingeschaltet

Vor kurzem wurde auch der 3D-beschleunigte Grafikserver Xgl in SUSE Linux eingebaut, standardmäßig aktiviert wird er für SUSE Linux 10.1 allerdings nicht. Dies gehe allein schon deswegen nicht, da dieser im Moment am besten mit den nicht-freien Treibern von Nvidia und ATI zusammenarbeite und man diese nicht mit ausliefere.

KDE und GNOME

Auf die Frage, wie es denn eigentlich noch mit der KDE-Unterstützung von SUSE / Novell aussehe, da nun ja mit Produkten wie dem SUSE Linux Enterprise Desktop recht augenscheinlich der GNOME im Vordergrund steht, verweist Dyroff darauf, dass trotz den Kürzungen im letzten Herbst kein einziger Entwickler weniger als zuvor an KDE arbeite. Konkret quantifizieren wollte er dies jedoch nicht, dies sei auch schwierig, da sich viele Entwickler in ihrer Freizeit dem KDE widmen würden. Die Zahl derer, die nicht "nur" an der Bereitstellung der Pakete sondern auch an der Entwicklung neuer Funktionen arbeiten, sei aber jedenfalls "größer als 3". Man werde weiterhin beide Desktops unterstützen, auch wenn man sich dazu entschlossen habe, künftig den GNOME als Default anzubieten. (apo)

Link

Novell

Das Gespräch führte Andreas Proschofsky am Rande der CeBIT in Hannover

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