Wifo bestätigt: BIP wuchs 2005 um 1,9 Prozent

31. März 2006, 19:17
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Konjunktur gewann an Dynamik, aber noch nicht die Kraft typischer Aufschwungphasen - keine Belebung der Konsumausgaben der privaten und öffentlichen Hand

Wien - Österreichs Wirtschaft ist im Vorjahr real um 1,9 Prozent gewachsen. Im 4. Quartal hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Dies hat am Freitag das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) bestätigt. Die Konjunktur habe 2005 im Jahresverlauf zwar an Dynamik gewonnen, aber noch nicht die Kraft typischer Aufschwungphasen erreicht, erklärte das Wifo.

Im 4. Quartal hat sich das BIP-Wachstum auf 0,7 Prozent beschleunigt, nachdem es im 3. Quartal bei 0,6 Prozent gelegen war. Für das 2. Quartal 2005 revidierte das Wifo nun - gegenüber seiner Schnellschätzung vom 14. Februar - das Plus gegenüber dem Vorquartal leicht von 0,5 auf 0,6 Prozent nach oben, für das 1. Quartal wurde es mit 0,2 Prozent unverändert belassen.

Nachfrage im Ausland belebt

Deutlich expandierte laut Wifo im Vorjahr weiterhin die Nachfrage aus dem Ausland, jedoch verlor sie gegen Jahresende leicht an Schwung. Hingegen verstärkte sich die Nachfrage nach Investitionen etwas. Eine Belebung der Konsumausgaben der privaten und öffentlichen Haushalte ist laut Marcus Scheiblecker vom Wifo noch immer nicht zu verzeichnen, sie stiegen weiter mäßig.

2005 insgesamt wuchsen die Exporte im weiteren Sinne real um 3,8 Prozent. Es blieb damit "deutlich unter dem hervorragenden Ergebnis" von 2004 (+9 Prozent). Die Güterausfuhr als wichtigste Außenhandelskomponente wurde real um 3,2 Prozent gesteigert. Sie wuchs bereinigt im 4. Quartal real um 1,8 Prozent, etwas langsamer als im 3. Quartal (+2,1 Prozent). Die Ausfuhr von Dienstleistungen stieg im Gesamtjahr um 5,4 Prozent; dabei war die Zunahme für die sonstigen Dienstleistungen höher als für den Tourismusexport.

Importe erhöht

Die Importe erhöhten sich 2005 zwar nominell ähnlich stark wie der Export, jedoch war dies primär auf die kräftige Energieverteuerung zurückzuführen. Real übertraf der Import i. w. S. das Niveau von 2004 um nur 1,8 Prozent, die Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern blieb gedämpft. Die Einfuhr von Dienstleistungen stieg mit real +1,7 Prozent ähnlich schwach wie jene von Gütern. (APA9

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    Im 4. Quartal hat sich das BIP-Wachstum auf 0,7 Prozent beschleunigt, nachdem es im 3. Quartal bei 0,6 Prozent gelegen war.

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