Rice spricht sich nachdrücklich für UN-Einsatz in Darfur aus

21. März 2006, 15:54
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"Der Gewalt und dem Völkermord ein Ende bereiten"

Washington - Wenige Stunden vor einer Entscheidung der Afrikanischen Union (AU) hat US-Außenministerin Condoleezza Rice sich nachdrücklich dafür ausgesprochen, Friedenssoldaten der Vereinten Nationen in der Krisenregion Darfur im Westen des Sudan zu stationieren. "Wir sind überzeugt, dass es notwendig ist, Blauhelme in den Sudan zu schicken", sagte Rice am Donnerstag vor einem Senatsausschuss in Washington. "Das bedeutet nicht, dass der Einsatz der Afrikanischen Union nicht wirksam oder erfolgreich war. Er war es, aber er ist an die Grenzen seiner Möglichkeiten gestoßen."

"Ich hoffe, dass wir der Gewalt und dem Völkermord in Darfur ein Ende setzen können", sagte die Außenministerin der Vereinigten Staaten. Eine ranghohe Mitarbeiterin des Außenamtes sei derzeit in Libyen, um dort für den Friedenseinsatz der UNO zu werben. Rice nahm zusammen mit US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld an der Ausschusssitzung teil, um den geplanten Haushalt der US-Regierung für 2007 zu verteidigen, der unter anderem 514 Millionen Dollar (431 Millionen Euro) für Darfur vorsieht.

"Robusteres" Mandat

Der Rat für Sicherheit und Frieden der AU wollte am Freitag darüber entscheiden, ob die AU-Mission in Darfur der UNO übertragen wird. Das Gremium hatte sich im Jänner grundsätzlich für die Übernahme der AU-Mission durch UN-Truppen mit einem "robusteren" Mandat ausgesprochen. Die sudanesische Regierung lehnt dies aber strikt ab und warnt davor, dass Darfur ein "Friedhof" für ausländische Soldaten werden könne. Die Europäische Union und die USA drängen die Regierung in Khartum, den UN-Einsatz in Darfur zuzulassen.

Die AU hat derzeit rund 7.000 Soldaten in Darfur stationiert. Der seit 2004 laufende Einsatz leidet jedoch unter mangelhafter Ausstattung. In Darfur herrscht seit Februar 2003 ein Bürgerkrieg, bei dem nach Schätzungen der UNO bisher bis zu 300.000 Menschen starben. Weitere 2,6 Millionen wurden in die Flucht getrieben. (APA)

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