Innsbrucker Gemeinderatswahl: Drei Quereinsteiger auf Platz zwei

10. März 2006, 17:18
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Magistratsdirektor auf Zach-Liste

Innsbruck - Die größte Überraschung auf den Kandidatenlisten für die Innsbrucker Gemeinderatswahl am 23. April blieb Bürgermeisterin Hilde Zach vorbehalten. Die Nummer zwei auf ihrer "Für Innsbruck (FI)"-Liste ist Magistratsdirektor Christoph Platzgummer. Bevor die Unvereinbarkeits-Rufe der Konkurrenz allzu laut wurden, trat dieser als Magistratsdirektor zurück.

Zumindest für die Grüne Spitzenkandidatin Uschi Schwarzl bleibt eine "schlechte Optik". Platzgummer sei als "Günstling des Landeshauptmanns als Magistratsdirektor durchgedrückt" worden. In "neuem Licht" sieht Schwarzl manche Entscheidungen des "überparteilichen Magistratsdirektor", etwa die Verhinderung einer Abstimmung zu einer von den Grünen geforderten Volksbefragung zur Nordkettenbahn.

Kein Platz für Planungsstadtrat

Auch die zweitgrößte Überraschung bei der Listenerstellung geht auf das Konto von Hilde Zach: Für Planungsstadtrat Georg Gschnitzer gab es keinen Platz mehr. Gschnitzer, ein Überbleibsel des "Tiroler Arbeitsbund - TAB", der sich in den 70ern von der ÖVP abgespaltet hatte, kommentiert seinen Rauswurf trocken: "Van Staa hat nie aufgehört Bürgermeister von Innsbruck zu sein." Van Staa hatte 1994 FI gemeinsam mit Zach gegründet. Beobachter vermuten, dass van Staa nach der Gemeinderatswahl eine Wiedervereinigung mit der Mutterpartei plant, deren Landesobmann er seit 2001 ist.

Vorerst sieht allerdings der Innsbrucker VP-Obmann, Vizebürgermeister und Sozialstadtrat Eugen Sprenger in Zach die Hauptgegnerin. Sprenger wirft Zach undemokratisches Verhalten, Einmischung in sein Ressort und "permanente Ausgrenzung" vor. Sprenger sieht seine VP im Umfragehoch (Verdoppelung auf 23 Prozent und stärkste Fraktion) und schließt eine Koalition mit Grünen und SPÖ ohne FI nicht aus. Derzeit hält FI bei 16, Grüne, VP und SP bei je fünf Mandaten.

Auf den zweiten Listenplatz haben auch VP und SP Quereinsteiger gereiht. Hinter Eugen Sprenger ist es die Moderatorin Christine Altmann, SP-Spitzenkandidatin Marie-Luise Pokorny-Reitter folgt Walter Peer, Prokurist einer Baufirma. Neben der FPÖ und der Liste Federspiel will auch "InnsbruckLINKS! - ATIGF/ KPÖ/LINKE" antreten. Spitzenkandidat ist der Gewerkschafter Josef Stingl. (hs/DER STANDARD, Printausgabe, 10.3.2006)

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