Opposition wirbt für Abkehr von Lukaschenko

15. März 2006, 15:00
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Herausforderer: Präsident hat Land in die Isolation geführt

Minsk - Wenige Tage vor der Präsidentschaftwahl in Weißrussland hat die Opposition die Bürger aufgerufen, sich nicht von den Behörden einschüchtern zu lassen und für einen Führungswechsel zu stimmen. Oppositionskandidat Alexander Milinkewitsch warf Präsident Alexander Lukaschenko bei einer Wahlkampfveranstaltung am Mittwoch in Minsk vor, dass Land in die Isolation geführt zu haben.

"Es ist eine Schande, dass unser Präsident in zehn Jahren von keinem europäischen Land empfangen wurde, weil sie keine Diktatoren empfangen", sagte Milinkewitsch. "Unter diesem Regime gibt es keine Hoffnung auf normale Beziehungen zu Europa." Die Opposition werde dies bei einem Wahlsieg ändern.

Propaganda

Der Herausforderer warf den staatlichen Medien vor, die Bürger mit Propaganda zu "bombardieren". Die Wähler rief er auf, keine Angst vor den Behörden zu haben. "Die Straße gehört uns", sagte Milinkewitsch vor gut 1500 Zuhörern bei der Kundgebung in einem Industrieviertel von Minsk.

Bei der Wahl am 19. März wird ein Sieg Lukaschenkos erwartet, der das Land seit zwölf Jahren autoritär regiert. Er hatte eigens die Verfassung geändert, um erneut kandidieren zu können. Die USA bezeichnen Weißrussland als "letzte Diktatur in Europa". (APA)

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