RAU: Aschenkreuz

ORF-Betriebsrat Fiedler erklärt, Direktor Wrabetz habe von Gusenbauer "das Aschenkreuz auf die Stirn gemalt bekommen" ...

Unsere heidnischen Vorfahren schmierten sich Asche ins Gesicht, um von den bösen Winter- und Totengeistern nicht erkannt zu werden. Die katholische Kirche trat dann pragmatisch in dieses Erbe ein, und seit dem Mittelalter streuen sich die Gläubigen am Aschermittwoch zum Zeichen der Buße Asche aufs Haupt bzw. zeichnet der Priester mit Asche ein Kreuz auf die Stirn.

Der ÖVP-nahe Betriebsratsobmann des ORF weitet die Bedeutung dieser Brauchtumsgeste aber insofern aus, als er erklärt, der kaufmännische Direktor Wrabetz (SPÖ) habe von Gusenbauer "das Aschenkreuz auf die Stirn gemalt bekommen", weil Gusenbauer gegen Monika Lindners Wiederwahl als Generaldirektorin ist.

Fiedler ist ein meinungsstarker Betriebsratsobmann, der der Entsendung eines Mitarbeiters, der fließend Mandarin spricht, als Korrespondent nach Peking nichts abgewinnen kann, weil der angeblich ein "Linker" ist (es wird jetzt wohl der Sohn von Gehrer). Außerdem will Fiedler den Programmdirektor Scolik abgelöst und den Chefredakteur Mück zum Informationsdirektor befördert wissen. Quiz: Bei welchem Großbetrieb redet sonst noch der Betriebsrat bei Personalentscheidungen bis in die dritte Ebene mit? (Hans Rauscher, DER STANDARD; Printausgabe, 10.3.2006)

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21 Postings
Quiz

Antwort: bei der ÖBB, der Post und bei den Wiener Linien.

Hauptsache nicht links


Bei dem erwaehnten Mitarbeiter, dem Gerhrers Sohn den Rang abgelaufen hat, handelt es sich um Dr. Helmut Opletal.

Seit er 1976 ein Stipenduim fuer Peking bekam beschaeftigt er sich mit intensiv mit China, verbrachte lange Jahre dort. Er hat profunde China Kenntnisse, wie sie so schnell kein anderer oestereichischer Publizist hat.

Natuerlich hatten Publikationen von ihm auch kommunistische Themen zu Inhalt - no-na.
Taet mich interessieren, was Gehrer's Sohn so drauf hat.

Wird ja nicht die Mama gwesen sein, die da mitgestrickt hat.

off topic

Mein Posting hat zwar mit dem Artikel nichts direkt zu tun, den ich uebrigens gut finde weil er anscheinend einen Einblick hinter die Kulissen (beim ORF) gibt.
Darum finde ich die bezahlte Einschaltung besonders kontraer zu dem Stil. Gegenueberstellung eines Produktes M zu einem Konkurenzprodukt auf der Website des Erzeugers des von M.

OK man muss ja wovon leben - aber trotzdem koennte man das auch ein bisschen neutraler verkaufen.

So ist das halt...

Wenn man so deppert ist und zu einem politisch geführten Unternehmen geht ist man selbst schuld

Wieso "gehen", wird man da nicht hinein geboren?

bis 2000 war der ORF der "Rotfunk"

"seltsamerweise" war damals Aufregung darüber hier nicht bemerkbar.

PS: Wer sich etwa den letzten Report angesehen hat kann kaum von einem "Schwarzfunk" reden.

bledsinn!

was meinen sie denn damit?

für den langsamen fritz: was ist ihnen am letzten report so besonderes aufgefallen? das war meine frage.

zu zeiten des "rotfunks" gab es jedenfall jede menge kritischen journalismus und sendungen - damit ist es vollkommen vorbei.

für Langsame:

In den 50er - Jahren teilten sich Rot und Schwarz die Medien auf:
ÖVP: Radio (damals wichtiger)
SPÖ: Fernsehen

In der Folge blieb der ORF bis zur Wende tiefrot - noch Ende der 90er wurde Klima gewaltig gepusht.

naja, beides probiert - kein vergleich.

es ist aber zum haare raufen, wenn man mitbeobachten muss, wie die konservativen qualifizierte leute durch unfähige polit-günstlinge ersetzen, sei es in der öbb, sei es in der finanzverwaltung und sei es jetzt im orf. wieso in aller welt schickt man einen polit-günstling nach china anstatt des geeignetesten kandidaten? damit fördert man doch nur mediokrität. und die övp quatscht dauernd was von "leistung" daher... so eine verlogene bande.

weil ja die die aus dem roten Parteiapparat

rekrutierten Manager bei ÖBB, Post und ORF in den letzten Jahrzehnten "so unglaublich erfolgreich" waren.

Es ist leider ein Einfaches:

Weil die Roten was getan haben, heißt das nicht, dass die Schwarzen dadurch entschuldigt sind. Aber das geht in die schwarzen Betonschädeln net rein, ist aber entlarvend.

EVOLUTIONSBREMSE

...wenigstens erspart mir der ORF das fast täglich notwendige Brechmittel aus der Apotheke.
Volksanwalt Stadler, LH Haider, Schüssel, Gehrer usw... ist diesem verdammten Staatsfunk noch irgendwas peinlich?

Aber anstatt misanthrop und depressiv zu werden, empfahl mir mein Therapeut es einfach als Kasperltheater zu sehen.
Ich lese lieber Bücher, auch wenn man in diesem Land bald einen Behindertenausweis braucht wenn man lesen & schreiben kann.....

Dafür aber nicht beim ÖGB!

Bei der AUA?

es wäre ganz einfach...

...es müsste nur ganz österreich kollektiv die orf-gebühren verweigern...

Bei der OMV

Zum Unterschied


ist der BR bei der OMV auch sachlich versiert - darüber hinaus ist das Unternehmen trotzdem erfolgreich. Hingegen kann man beim ORF über Qualität und Erfolg mehr als nur ein paar Fragezeichen setzen. Da beide Unternehmen eine gewisse Monopolstellung haben, sollte das daher bei der Beurteilung nicht relevant sein.

Dass da beim ORF auch irgendwelche Objektivierungsregeln relevant sein sollten, kann man wcheinlich auch vergessen. Möglicherweise wurde das durch "objektive Versorgungsregeln" ersetzt.

Langsam, aber sicher, werde ich ein Anhänger des werbegestüzten Privat-Fernsehens und zahle daher künftig keine Fernsehgebühren. Aber Berlusconi-Fernsehen möchte ich auch nicht - ein Dilemma - über alles die Asche, aber reichlich ...

dazu kann ich nur sagen:

der fisch beginnt am kopf zu stinken...

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