"Dancing Stars": Neustart mit "Polster-Effekt"

27. März 2006, 15:58
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ORF bittet zum zweiter Aufguss der Show - Goldberger, Karlich und Co machen damit vor allem Österreichs Tanzlehrer glücklich

Wenn Andreas Goldberger am Freitag um 21.10 Uhr seine Hüften zu "Sexbomb" wiegt, erfreut er damit nicht nur das vom ORF erhoffte Millionenpublikum. Auch Österreichs Tanzlehrer dürften einen herzhaften Cha-Cha-Cha hinlegen. Wie schon zum Start der ersten "Dancing Stars" im September 2005 bat DER STANDARD die Ausbildner um ihr Urteil. Vorweg: Österreich ist auf dem besten Wege zum Land der Tänzer.

"Wenn Polster das schafft, kann ich es auch"

Über 40 bis 80 Prozent mehr Kursteilnehmer freut sich etwa Klaus Höllbacher in Graz. Die Show habe ihm sehr gut gefallen, Höllbacher berichtet vom "Toni-Polster-Effekt": "Die Männer denken sich, wenn Polster das schafft, kann ich es auch." Bei manchen Kursen gebe es sogar Männerüberschuss: "Früher war das undenkbar."

Schauen und Wetten, wer fliegt

Mit Überschüssen hatte auch Niki Seifert zu tun, als er gemeinsam mit den "Salzburger Nachrichten" unter Abonnenten Tanzkurse verloste: "Zu gewinnen waren 100 Kurse, es meldeten sich rund 850", erzählt Seifert. Bei ihm dürfte es an den kommenden Freitagen hoch hergehen. Auf dem Programm steht gemeinsames "Dancing Stars"-Schauen und Wetten, wer fliegt. Bei der ersten Ausgabe hat auch er für Lichter gestimmt: "Sie hat supergut getanzt, das hat mir getaugt." "Bummvoll" sind auch die Kurse von Heinz Wankmüller. Der Klagenfurter Tanzlehrer musste gar zusätzliche Kurse einschieben und bietet mit der Hotellerie Tanz-Urlaube an. Wankmüller: "Ich bin glücklich."

Skeptisch hingegen ist der Wiener Wolfgang Stanek, der den Tanzboom schlicht für herbeigeredet hält: Bei Kursen mit bisher fünf Paaren käme man recht schnell auf zweistellige Steigerungen: "Ich wundere mich schon etwas über die Kollegen."

"Kleine Tanzshow"

Stanek sei im Winter stets ausgebucht, immer schon habe er in dieser Zeit Tanzwillige an andere Schulen verweisen müssen. Bei den Jugendkursen habe sich gar nichts getan. Und das, wo laut ORF die Show beliebt sei quer durch alle Altersgruppen? "Das kann ich nicht glauben."

Kein "großer Ansturm"

Helene Brugger aus Waidring in Tirol ("kleine Tanzshow im ORF") stimmt dem zu: Den "großem Ansturm" gebe es bei ihr nicht. Obwohl sie ihre Kunden sogar gefragt habe: "Die Übungsperfektion macht definitiv keiner wegen der 'Dancing Stars'." Brugger ist generell gut gebucht, daran hätten die Promitänzer kaum Einfluss: "Vielleicht spricht man ein bissl mehr davon."

Gut findet Heinz Schmidinger aus Walding nördlich von Linz, dass der ORF jetzt mehr übers Tanzen berichte. Und wie lautet sein Siegertipp? "Ehrlich gesagt, weiß ich nicht einmal genau, wer dabei ist", lacht er, "Goldberger wird gewinnen, oder?" (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 10.3.2006)

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