UNHCR eröffnet Büro auf Lampedusa

17. März 2006, 14:00
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Illegale Einwanderer sollen über Rechte informiert werden

Rom - Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat eine ständige Vertretung auf der süditalienischen Insel Lampedusa eröffnet, um die vielen dort ankommenden Flüchtlingen über ihre Rechte zu informieren. Seit Anfang März gebe es ein Büro direkt im Auffanglager von Lampedusa, teilte die Organisation am Donnerstag in Rom mit. Das UNHCR hatte immer wieder beklagt, dass die italienischen Behörden den Zugang zu den Flüchtlingen verweigerten.

"Das ist ein bedeutender Fortschritt, weil es vorher keine anerkannte Instanz gab, die potenzielle Asylbewerber über ihre Rechte und die notwendigen rechtlichen Schritte informierte", erklärte die italienische UNHCR-Sprecherin Laura Boldrini.

Lampedusa liegt 200 Kilometer südlich von Sizilien und 300 Kilometer nördlich von Libyen und ist damit die erste europäische Anlaufstelle für tausende Flüchtlinge, die überwiegend aus Afrika kommen. Laut italienischem Innenministerium landeten zwischen Jänner und Oktober 2005 rund 15.000 illegale Einwanderer auf der Mittelmeerinsel an.

Rom wurde wegen seiner Flüchtlingspolitik immer wieder von internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen kritisiert. Mitte März 2005 war UNHCR-Vertretern der Zutritt zu Insel verwehrt worden. Damals waren binnen weniger Tage 1200 Menschen nahe der Insel aufgegriffen und in das Auffanglager auf Lampedusa gebracht worden, das eigentlich nur für 190 Menschen konzipiert ist. (APA)

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