Frankreich: Geiselnahme an Schule glimpflich beendet

11. März 2006, 20:28
4 Postings

Arbeitsloser Lehrer hatte 21 Schüler und zwei Angestellte in seine Gewalt gebracht - In Psychiatrie eingeliefert

Paris - Ein Ex-Lehrer hat am Donnerstag in einer französischen Schule 23 Menschen in seine Gewalt gebracht und fünf Stunden lang in Geiselhaft gehalten. Am Abend ergab sich der 33- Jährige in Sablé-sur-Sarthe nahe Le Mans dann widerstandslos der Polizei. Die Geiseln, darunter 21 Schüler, blieben unversehrt. Der arbeitslose Täter wollte mit der Geiselnahme auf seine persönlichen Probleme aufmerksam machen.

Der Mann hatte ein Gespräch mit dem früheren Bildungsminister Fillon gefordert. Eine Pistole, die der Geislenehmer bei sich trug, erwies sich als Attrappe, wie der Verwaltungschef des Départements Sarthe sagte. Der 33-Jährige drang am Nachmittag gegen 15.00 Uhr in ein Klassenzimmer der technischen Oberschule ein, an der er bis vor zwei Jahren als Angestellter gearbeitet hatte.

Weiträumig abgeriegelt

Die Schule wurde weiträumig abgeriegelt, 25 Polizisten der Eliteeinheit GIGN wurden mit einem Hubschrauber nach Sablé-sur-Sarthe geschickt. Eine Mitarbeiterin der Schule sagte, der ehemalige Lehrer habe gleich zu Beginn der Geiselnahme versprochen, er werde den Schülern nichts zu Leide tun und sie am Abend freilassen. Der Täter habe den Geiseln auch erlaubt, mit ihren Angehörigen zu telefonieren.

Der Mann sei offenbar wegen seiner Arbeitslosigkeit deprimiert, sagte die Angestellte. Er habe auf seinen Fall aufmerksam machen und den ehemaligen Bildungsminister Fillon sprechen wollen. Der Senator für das Département Sarthe machte sich am frühen Abend von Großbritannien aus auf den Weg in die Region.

Nach dem glimpflichen Ende der Geiselnahme kommt der arbeitsloser Lehrer nun in die Psychiatrie. Staatsanwalt Christian Elek sagte am Freitag in Le Mans: "Er bezeichnet sich als Opfer einer Staatsverschwörung, redet von Geheimagenten" und "von Liebeskummer und einer gescheiterten Ehe". (APA/AFP)

Share if you care.