Schwedische Polizisten künftig im Dienst auch mit Turban oder Kippa

13. März 2006, 11:26
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Bei Helmpflicht im Demo-Einsatz kann um andere Einsatzverwendung angesucht werden

Stockholm - Beamte und Beamtinnen der schwedischen Polizei dürfen künftig im Dienst zur Uniform auch religiöse Kopfbedeckungen tragen. Die schwedische Polizeiverwaltung (Rikspolisstyrelsen, RPS) folgt mit der am Donnerstag angekündigten neuen Regelung im Wesentlichen dem britischen Modell, wo das religiös motivierte Tragen von Turbanen, Kopftüchern oder der jüdischen Kippa bereits seit rund zwei Jahren gilt.

Die Regelung folgt einer Empfehlung des Ombudsmannes gegen ethnische Diskriminierung. Laut RPS soll durch die Maßnahme keine Gruppe der Gesellschaft vom Polizeiberuf ausgeschlossen werden. Das gelte sowohl für die ethnische als auch für die religiöse Zugehörigkeit.

Den neuen Vorschriften zufolge müssen religiöse Kopfbedeckungen "in Form und Farbe" zur schwedischen Polizeiuniform passen. Der Antragsteller muss dabei selbst ein Modell vorschlagen, dessen Eignung dann mit dem Arbeitgeber gemeinsam beschlossen wird. Im Falle von Einsätzen, etwa bei Demonstrationen, wo den Beamten aus Sicherheitsgründen das Tragen von Visierhelmen vorgeschrieben ist, muss sich der Beamte entscheiden, ob er den Helm aufsetzt oder um eine anderwärtige Verwendung ansucht, erläuterte Marie Andersson, Chefin der Rekrutierungsabteilung der Polizei gegenüber der schwedischen Nachrichtenagentur TT. (APA)

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