Aufmerksamkeit für Nierenerkrankungen

15. März 2006, 14:15
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Dem Organ ist nun ein internationaler Welttag gewidmet

Wien - Am Donnerstag, 9. März, findet der erste internationale Welttag der Niere statt. Ziel der Initiative ist es, einerseits auf die kontinuierlich steigenden Zahlen bei Nierenerkrankungen aufmerksam zu machen, andererseits auf die dringende Notwendigkeit von Früherkennung und Prävention hinzuweisen.

Weltweit gehen Experten von 500 Millionen Menschen aus, die an einer chronischen Nierenerkrankung leiden, in Österreich ist mit rund 350.000 Betroffenen zu rechnen. Auch die Zahl der Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz steigt ständig – international wie auch in Österreich. Darauf macht die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie in einer Aussendung aufmerksam. Es sei davon auszugehen, dass bis zum Jahr 2015 rund 36 Millionen Menschen aufgrund von Nierenerkrankungen und anderen chronischen Begleitkrankheiten sterben werden.

Chronisch

72 Prozent aller Erkrankungen weltweit sind chronisch; jene, die die Nieren betreffen, nehmen am stärksten zu und sind somit - wie auch Herz-Kreislauferkrankungen, der Diabetes mellitus oder der Bluthochdruck - die größte Bedrohung für die menschliche Gesundheit – und für die Gesundheitsbudgets.

Vielfach wurde die Niere in der Vergangenheit als klinisch unauffälliges und stilles Organ übersehen. Verschlechtert sich die Organfunktion, so bemerkt dies der Patient oft gar nicht, da er keine Schmerzen verspürt. Daher wird auch eine Vielzahl von Nierenerkrankungen erst viel zu spät diagnostiziert – oft erst dann, wenn der Schaden nicht mehr behoben werden kann und eine terminale Niereninsuffizienz vorliegt. Weltweit ist festzustellen, dass jeder neunte, offenbar gesunde Mensch, Anzeichen einer chronischen Nierenerkrankung zeigt.

Risikofaktoren

"Die Risikofaktoren für Nierenerkrankungen sind im Grunde genommen dieselben wie für kardiovaskuläre Erkrankungen: Nikotingenuss, Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck", führte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie, Univ.-Prof. Dr. Gert Mayer, aus. Nierenkrankungen bedeuten somit auch ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

30 bis 40 Prozent der terminalen Niereninsuffizienzen in Österreich sind auf Diabetes mellitus zurückzuführen, 15 Prozent auf Bluthochdruck. Die regelmäßige Kontrolle der Nierenwerte sollte für Diabetiker eine selbstverständliche Maßnahme sein. Ebenso das Senken des Blutdrucks auf Normalwerte bei Patienten mit Bluthochdruck. Mit diesen relativ einfachen Maßnahmen kann die Wahrscheinlichkeit einer Niereninsuffizienz, die in weiterer Folge zur Behandlung durch Dialyse führt, in diesen beiden Risikogruppen reduziert bzw. zumindest verlangsamt werden. (red)

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