Energie AG: "Manöver in die Sackgasse"

9. März 2006, 18:03
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Kritik: Kein Fortschritt bei der Findung tragfähiger Allianzen

Linz - Die Energie AG Oberösterreich (EAG) hat den Beschluss des Verbund-Aufsichtsrates Donnerstagnachmittag als ein "Manöver in die Sackgasse" bezeichnet. Entgegen den ersten Ankündigungen der Politik bedeute der Beschluss keinen maßgeblichen Fortschritt bei der Findung tragfähiger Allianzen in der österreichischen E-Wirtschaft, so das Unternehmen in einer Presseaussendung.

Es sei bisher verschwiegen worden, dass die Übernahme einer Beteiligung der Verbundgesellschaft an der EAG an eine Bedingung geknüpft sei, die vorsehe, die Beteiligung erst 18 Monate nach Realisierung der Österreichischen Stromlösung (ÖSL) umzusetzen. Das bedeute erneut eine Verzögerung, die heute zeitlich noch gar nicht abzusehen sei.

Vierjährige Verhandlungen

Immerhin werde seit vier Jahren über die ÖSL verhandelt, ohne dass es bis heute trotz kartellrechtlicher Genehmigungen, erfüllter Auflagen und vereinbarter Verträge zu einer Umsetzung gekommen sei, betonte die EAG. Eine Teilnahme daran auf Basis der von EVN und Wien am 3. März "im Alleingang verhandelten Punktation" sei für das Unternehmen und das Land Oberösterreich "indiskutabel und verantwortungslos" gegenüber den Kunden, den Prinzipien eines freien Wettbewerbs und den beteiligten Unternehmen.

Die EAG sieht durch diesen Beschluss erneut darin bestätigt, dass die EnergieAllianz keine Zukunft habe und eine ÖSL unter diesen Voraussetzungen in eine Sackgasse führe.

Man werde die Mitgliedschaft zum vorgesehenen Zeitpunkt durch Kündigung beenden, kündigte der oberösterreichische Landesversorger an. In weiterer Folge werde es Verhandlungen über die Bildung von strategischen Partnerschaften mit jenen Kräften in der heimischen E-Wirtschaft geben, die eine ernsthafte Kooperation und eine offensive Weiterentwicklung wollen. (APA)

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