Wohnbau-Offensive in Salzburg

31. Jänner 2007, 14:05
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Um die starke Nachfrage befriedigen zu können, wollen die Gemeinnützigen Bauträger des Landes heuer 1.126 Miet- und Eigentumswohnungen fertig stellen

Im Bundesland Salzburg wurden im Vorjahr insgesamt 762 geförderte Wohnungen an neue Mieter beziehungsweise Eigentümer übergeben, um knapp zehn Prozent mehr als 2004 (695 Wohnungen). Diese Bilanz der Gemeinnützigen Bauvereinigungen Salzburgs (GBV) präsentierte nun deren Obmann Wilfried Haertl.

215 dieser neuen Wohnungen befinden sich in der Stadt Salzburg, 552 im restlichen Bundesland. "Mit dieser Zahl an übergebenen Einheiten tragen wir zwar zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt bei, die vorherrschende Wohnungsnot kann damit aber leider nicht beseitigt werden", so Haertl in einer Aussendung. Das Neubauvolumen für die Errichtung neuer Wohnungen und kommunaler Projekte erhöhte sich gegenüber 2004 um 75 Prozent auf 165 Millionen Euro (2004: 94,3 Mio. Euro).

Starke Nachfrage

Um die höchst angespannte Nachfrage befriedigen zu können, läuft die Entwicklung neuer Projekte bei allen gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen auf Hochtouren. Heuer sollen 1.126 neue Miet- und Eigentumswohnungen fertig gestellt und übergeben werden, 347 davon in der Stadt Salzburg. Bis zum Jahr 2010 sind im gesamten Bundesland weitere 2.800 geförderte Mietwohnungen geplant, wovon etwa die Hälfte in der Stadt Salzburg sein soll.

Voraussetzung dafür sei jedoch die Bereitstellung der notwendigen Flächen, heißt es in der Aussendung der GBV. Denn die Zahl der Wohnungssuchenden vor allem in der Landeshauptstadt ist sehr groß: Von den mehr als 4.000 Wohnungssuchenden wird knapp ein Drittel als "sehr dringend" eingestuft. Einer der Hauptfaktoren, wie viele Mietwohnungen in Stadt und Land errichtet werden können, ist die Salzburger Wohnbauförderung. Pro Jahr sind rund 700 Mietwohnungen – davon etwa die Hälfte in der Landeshauptstadt - im Förderprogramm der Salzburger Landesregierung.

Niedrigere Mietpreise

Gegenüber den Preisen auf dem freien Wohnungsmarkt seien die Wohnungsmieten bei den Gemeinnützigen um etwa ein Drittel niedriger. Das sei letztendlich auf den gesetzlichen Auftrag der Gemeinnützigen zurückzuführen, wonach die erwirtschafteten Erträge dem Unternehmen nicht entzogen werden dürfen, sondern dem Wohnungskreislauf erhalten bleiben müssen. Dieses Geld wird für den Grundstücksankauf der Mietobjekte, aber auch für deren Ausfinanzierung eingesetzt.

Einen wesentlichen Anteil an der Gestaltung der Mieten habe aber auch die Wohnbauförderung, so Haertl. Während die Salzburger laut einer Studie der Arbeiterkammer am freien Wohnungsmarkt in der Stadt im Schnitt 10,56 Euro Miete pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten zahlen, liegt der Preis bei den teuersten Objekten der Gemeinnützigen Bauträger in der Stadt Salzburg bei rund sieben Euro, in den Gauen deutlich darunter.

Gemeinnützige als Job-Garanten

Die Gemeinnützigen verwalten im Bundesland Salzburg knapp 87.500 Wohnungen, Garagen und Autoabstellplätze, Geschäftslokale und Gebäude. Haertl verweist auch darauf, dass die einzelnen Unternehmen (gswb, Genossenschaft "Salzburg", Heimat Österreich, Salzburg Wohnbau, Wohnbau Bergland, Eigenheim St. Johann/Pongau) einen hohen Stellenwert als Arbeitgeber haben: So werden derzeit mehr als 1.100 Mitarbeiter beschäftigt. "Aber auch indirekt sichern die Gemeinnützigen eine große Anzahl von Arbeitsplätzen in den Salzburger Regionen. Denn das Gesamtbauvolumen von 193 Millionen Euro (Neubau, Sanierung) garantiert laut Wirtschaftsforschungsinstitut mehr als 2.200 Jobs", so Haertl abschließend. (red)

  • GBV-Obmann Wilfried Haertl (rechts; Geschäftsführer Heimat Österreich) und Vorstandsmitglied Christian Wintersteller (gswb-Geschäftsführer)
    foto: neumayr

    GBV-Obmann Wilfried Haertl (rechts; Geschäftsführer Heimat Österreich) und Vorstandsmitglied Christian Wintersteller (gswb-Geschäftsführer)

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