Nationale Ethik-Komitees treffen sich in Wien

9. März 2006, 14:23
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Wien - Das 7. Europäische Forum Nationaler Ethik-Komitees findet anlässlich der Österreichischen EU-Ratspräsidentschaft am Freitag (10. März) in Wien statt. Die Tagung wird sich schwerpunktmäßig mit der Frage auseinander setzen, nach welchen ethischen Normen Bioethik-Kommissionen vorgehen, und sich mit "best practice"-Beispielen für die Bildungsarbeit im Bereich Bioethik auseinander setzen, erklärte der Vorsitzende der Bioethik-Kommission im Bundeskanzleramt, Johannes Huber, gegenüber der APA.

Trotz der seit einigen Jahren regelmäßigen Zusammenkünfte der nationalen Ethik-Komitees in Europa zeichne sich kein Trend zu europäischen Ethik-Richtlinien ab. "Dazu ist Europa zu stark differenziert", sagte Huber. Dennoch würden sich "ethische Highways" in Europa heraus kristallisieren, etwa in der Frage der embryonalen Stammzellenforschung. Bedingt durch die Forschungsrahmenprogramme der EU gehe Europa verstärkt in diese Forschung hinein, "was einigen Ländern mehr wehtue, anderen wiederum gar nicht."

Huber spielt damit auf den Streit an, ob embryonale Stammzellenforschung mit EU-Mitteln gefördert werden soll. Österreich, Deutschland, Italien, Luxemburg, Malta, Polen und die Slowakei fordern eine Streichung von Forschungsprojekten mit embryonalen Stammzellen aus dem gemeinschaftlich finanzierten 7. EU-Forschungsrahmenprogramm. Schon im Vorläuferprogramm hatten sich die EU-Staaten nicht auf eine einheitliche Linie einigen können.

Bei der Tagung in Wien wird auch der von US-Präsident George Bush eingesetzte Vorsitzende des US-Bioethik-Rates, Edmund Pellegrino, erwartet. Pellegrino trat sein Amt im Vorjahr an und gilt als konservativ. Seine Ernennung wurde aber von dem als liberal geltenden Bioethiker Tom Beauchamp im "American Journal of Bioethics" begrüßt. (APA)

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