Intel verspricht mehr Leistung bei weniger Energieverbrauch

1. Juni 2006, 16:23
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Zweikern-Prozessoren lösen bisherige Mikroarchitektur ab - Trend zu Mobilität ungebrochen - Digitale Inhalte sollen Wohnzimmer erobern

Der weltgrößte Chiphersteller Intel setzt verstärkt auf die Integration von digitalen Inhalten in das Alltagsleben, Mobilität und Vernetzung. Möglich machen soll dies eine neue Mikroarchitektur, die mehr Leistung bei niedrigerem Energieverbrauch verspricht. Dieser technologische Spagat "ist mit einem Rennauto mit zwei Motoren bei gleichzeitiger Reduktion des Spritverbrauchs vergleichbar", erklärte Christian Morales, General Manager von Intel für Europa, den Mittleren Osten und Afrika, auf der weltgrößten IT- und Telekommesse CeBIT in Hannover.

Kein Wettlauf um die Taktfrequenz mehr

Durch die Weiterentwicklung vom Pentium M-Prozessor, mit dem das Unternehmen aus dem Wettlauf um die Taktfrequenz ausgestiegen ist, zum Core Duo habe man eine Leistungssteigerung um 68 Prozent bei gleichzeitiger Reduktion des Energieverbrauchs um 28 Prozent erzielt, so Morales.

Grundlage für die künftigen Prozessoren Merom (Notebook), Conroe (Desktop) und Woodcrest (Server)

Die seit 2001 erste neue Mikroarchitektur namens "Core" bildet laut den Angaben die Grundlage für die künftigen Prozessoren Merom (Notebook), Conroe (Desktop) und Woodcrest (Server), die mehr als einen Kern enthalten. Bereits im dritten Quartal 2006 soll die Zahl der ausgelieferten Zweikern-Produkte, die der Geräte mit einem Kern überflügeln. Präsentiert wurde außerdem der neue Vierkern-Prozessor "Clovertown", der in Servern zum Einsatz kommen wird.

Umdenken

Intel ist schon vor einiger Zeit davon abgegangen, die Leistung der Prozessoren auf Kosten des Energieverbrauchs zu erhöhen. Ausschlaggebend für das Umdenken dürfte der Konkurrenzkampf mit AMD gewesen sein. Zurzeit liefern sich die Konkurrenten einen harten Wettbewerb bei neuen Chipgenerationen, die mehrere Prozessorkerne haben.

"Für kommendes Jahr rechnet man sogar mit 86 Millionen"

Ungebrochen sieht Morales den Trend zur Mobilität: "Gartner hat im Jahr 2002 für heuer ein Absatz von 51 Millionen mobilen Computern vorhergesagt, die Prognosen inzwischen aber auf 74 Mio. Einheiten erhöht. Für kommendes Jahr rechnet man sogar mit 86 Millionen", erklärte der Intel-Manager. In Deutschland seien Ende 2005 schon mehr Notebooks als Standgeräte verkauft worden.

"Ultra Mobile PC (UMPC)"

Das Bindeglied zwischen Handhelds und Notebooks soll mit der neuen Kategorie "Ultra Mobile PC (UMPC)" geschaffen werden. Kleine tragbare Rechner, an denen Intel mit Microsoft und weiteren Industriepartnern arbeitet, verbinden Kommunikation mit Vernetzung und können sowohl über ein berührungsempfindliches Display, per Stift oder Tastatur benutzt werden. Die ersten UMPCs bringen Asus, Founder und Samsung auf den Markt.

"Viiv"

Um Inhalte für die Unterhaltungs-PC von Intel, für die die Plattform "Viiv" (ausgesprochen wie "Weif") entwickelt wurde, zu forcieren, kooperiert das Unternehmen mit Warner Bros. Über das Portal "In2Movies" soll der einfache Zugriff auf Filme in hoher Qualität ermöglicht werden - zeitgleich mit der DVD-Vorstellung. Im April fällt der Startschuss mit 120 Filmen, danach werden auch Filme anderer Filmstudios angeboten. Ebenfalls für die Viiv-Technologie zertifiziert ist das Video-on-demand-Portal "maxdome" der ProSiebenSat.1-Gruppe, über das Komödien und Serien herunter geladen werden können. (APA)

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