Vermeintlich neue Nagetierart entpuppt sich als "lebendes Fossil"

17. März 2006, 17:01
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In Laos entdecktes Lebewesen ist eng mit einer vor elf Millionen Jahren ausgestorbenen Tierfamilie verwandt

Washington - Im vergangenen Jahr glaubten Forscher, eine neue Nagetierart entdeckt zu haben, eine Mischung aus Ratte und Eichhörnchen. Sie nannten sie "Laonastes aenigmamus". Doch nun hat sich herausgestellt, dass diese Felsratte eine Art lebendes Fossil ist. Wie das internationale Team im US-Fachmagazin "Science" (doi: 10.1126/science.1124187) berichtet, ist das etwa 40 Zentimeter lange Tier eng mit einer Familie von Nagetieren verwandt, die schon vor elf Millionen Jahren ausgestorben ist.

Dieses nur sehr selten nachweisbare Phänomen, bei dem ein Tier nach so langer Zeit plötzlich wieder auftaucht, wird in der Wissenschaft als "Lazarus-Effekt" bezeichnet. Laut Johannesevangelium hatte Jesus den gestorbenen und begrabenen Lazarus wieder auferweckt.

Fund

Das bisher unbekannte Nagetier war Biologen im vergangenen Jahr auf einem Lebensmittelmarkt in Laos aufgefallen. Es wurde dort als gegrillter Snack am Spieß angeboten. Mit Hilfe von Einheimischen fingen die Forscher ein Exemplar in der Wildnis und untersuchten es im Labor. Sie kamen zu dem Schluss, dass es sich um eine neue Gattung handeln müsse, da es sich deutlich von allen bekannten Nagetieren unterschied.

Doch die Biologin Mary Dawson und andere Mitarbeiter des Carnegie-Naturkundemuseums in Pittsburgh fanden nun heraus, dass das laotische Nagetier zu einer vor elf Millionen Jahren ausgestorbenen Familie gehört, die durch Fossilien dokumentiert ist. (APA/dpa)

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    Laonastes aenigmamus

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