Raiffeisen in Vorarlberg mit Gewinnplus

16. März 2006, 16:00
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Betriebsgewinn 2005 um 14,5 Prozent gestiegen - Auch "Ländle"-Raiffeisenbanken strecken Fühler über Grenzen aus - Pflicht-Elementarversicherung für Betriebe gefordert

Bregenz - Die Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg (RBV) mit 24 selbstständigen Raiffeisenbanken und der Raiffeisen-Landesbank blickt zufrieden auf das Geschäftsjahr 2005 zurück und ist auch für das laufende Jahr 2006 optimistisch. Die Bankengruppe in Vorarlberg spürt die Geldzuflüsse aus Deutschland, nicht nur in ihrer Niederlassung im Kleinwalsertal.

RBV-Vorstandsvorsitzender Karl Waltle heute, Donnerstag, die vorläufigen Bilanzdaten 2005 präsentiert. Das Betriebsergebnis der Gruppe, die 9,4 Mrd. Euro Kundengelder verwaltet, ist um 14,5 Prozent gewachsen und hat erstmals 100 Mio. Euro erreicht.

Gewachsene Bilanzsumme

Die konsolidierte Bilanzsumme der RBV wuchs um 7,5 Prozent auf knapp 6,7 Mrd. Euro, die Einlagen stiegen um 6,8 Prozent auf über 4,4, die Ausleihungen um 5,8 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro.

Im Börsen-Jahr 2005 fand die wichtigste Bewegung im Wertpapierbereich statt, erläuterte Waltle: Die Kundendepots kletterten um 29 Prozent auf fast 4,4 Mrd. Euro. Das Wertpapiervolumen, so Walle, ist in den vergangenen Jahren wesentlich rascher gewachsen als die traditionellen Spareinlagen: 2,3 Mrd. Euro Spareinlagen stehen 4,4 Mrd. Euro Wertpapierdepots gegenüber.

Refugium für ausländische Anleger

Das sei nicht zuletzt auch damit zu erklären, "dass Vorarlberg ein klassisches Refugium für ausländische Anleger ist, die in erster Linie in Wertpapiere investieren". Beispielsweise habe die Raiffeisenbank Kleinwalsertal sehr hohe Kundendepot-Werte.

Sehr gut unterwegs ist laut Waltle die Raiffeisenbank Liechtenstein AG.

Die RVB wartet nicht nur auf Kunden aus Deutschland, sie will ihre Fühler vermehrt über die Grenze ausstrecken, hieß es heute.

Der Salzburger Johannes Orter, der im Oktober 2005 von der DZ Bank München in den RVB-Vorstand gewechselt ist, arbeitet an der Neuausrichtung des Firmenkunden- und Deutschland-Geschäftes der Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg.

Hauptbank für KMU

Die RBV ist derzeit Hauptbank für 42 Prozent der Vorarlberger Klein- und Mittelbetriebe (KMU), bei den Großen bestehe noch Nachholbedarf. Bis 2012 will Ortner die RBV zur führenden Bankverbindung der Top 250 im Ländle zählen.

Das Geschäft mit Privaten und KMU in der Bodenseeregion soll auch in Deutschland systematisch ausgebaut werden.

Aus den Erfahrungen mit dem verheerenden Hochwasser im Jahr 2005 leitet Waltle die Forderung nach einer verpflichtenden Elementarversicherung für Betriebe ab. Die Industrie sei im Moment noch dagegen. Auf Dauer werde eine solche Versicherung auch bei der Risikobewertung für Kredite eine nicht unbedeutende Rolle spielen, argumentierte der RBV-Vorstandsvorsitzende. (APA)

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