UNO: Osttimor noch immer ärmestes Land Asiens

12. Juli 2006, 15:06
1 Posting

Investitionen in Landwirtschaft können Entwicklung vorantrei­ben - Schleppende Wirtschafts- Entwick­lung als Hauptproblem

Dili - Vier Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit ist Osttimor noch immer das mit Abstand ärmste Land Asiens. Trotz sozialer und politischer Errungenschaften und unerschlossener Öl- und Gasvorkommen steht dem Land laut einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des UN-Entwicklungsprogramms noch ein beschwerlicher Weg bevor.

Seit dem Abzug des UN-Personals sei die Wirtschaft des Landes weiter geschrumpft, heißt es in dem Bericht "Der Weg aus der Armut". Die Wirtschaftsindikatoren lägen weit hinter denen anderer asiatischer Länder. Die Hälfte der eine Million Einwohner hat kein sauberes Trinkwasser, die Lebenserwartung lag 2004 bei durchschnittlich 55 Jahren. 90 von 1.000 Kindern sterben vor dem ersten Geburtstag.

Schleppende Wirtschaftsentwicklung

"Die Situation hat sich wegen der schleppenden Wirtschaftsentwicklung kaum verbessert", stellt der UN-Bericht fest. Ein anhaltendes Wachstum sei jedoch entscheidend für eine Entwicklung. Der Anfang könne in der Landwirtschaft gemacht werden, in der drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung tätig sind.

Schätzungen zufolge seien jährliche Investitionen von 40 Millionen Euro nötig, um pro Jahr ein Wirtschaftswachstum von fünf bis sieben Prozent zu erzielen. Damit könne die Armut bis 2015 um ein Drittel reduziert werden. "Angesichts der voraussichtlichen Einnahmen aus dem Handel mit Öl und Gas ist dies technisch und finanziell machbar", stellt der UN-Report fest.

Osttimor wurde 1975 von Indonesien besetzt und ein Jahr später annektiert. Im August 1999 sprachen sich 80 Prozent der Osttimorer in einem UN-Referendum für die Unabhängigkeit aus. Daraufhin überzogen pro-indonesische Milizionäre die Region mit brutaler Gewalt: Mindestens 1.400 Menschen wurden getötet, fast 70 Prozent aller Gebäude wurden zerstört.

Nach rund 450 Jahren eigenständig

Erst als Australien rund 5000 Soldaten nach Osttimor entsandte, nahmen die Ausschreitungen ein Ende. Im Mai 2002 wurde die ehemalige portugiesische Kolonie nach rund 450 Jahren Fremdherrschaft eigenständig. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    90 von 1.000 Kindern sterben in Ost-Timor vor dem ersten Geburtstag.

Share if you care.