10. März 2006, 15:30
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Für eine Premiere im heimischen Medienbereich zeichnet der Studiengang "Journalismus und Unternehmenskommunikation" (Juk) der Grazer FH Joanneum verantwortlich: Erstmals treffen Vertreter alternativer Magazin-Kultur zu einer zweitägigen Tagung der steirischen Landeshauptstadt zusammen. Die Veranstaltung soll kein singulärer Auftritt bleiben - eine begleitende Online-Publikation sorgt für die Dokumentation, für nächstes Jahr ist laut Projektleiterin Gabriele Russ ein ähnlicher "Markt-Auftritt" geplant.

Der österreichische Magazinmarkt abseits des Mainstream ist überhaupt zum ersten Mal Thema einer Tagung, so Russ. Die Idee dazu wurde im Herbst vergangenen Jahres geboren, der FH-Studiengang "Juk 03" wurde mit der Organisation beauftragt. Macher und Mitarbeiter von rund 20 Magazinen unterschiedlichster Ausrichtung werden in Workshops, Diskussionen sowie in einem Rahmenprogramm Erfahrungen austauschen und so auch ihre Produkte einer qualifizierten Öffentlichkeit vorstellen.

"Ganze alternative Qualitätsszene"

Man habe versucht, die "ganze alternative Qualitätsszene" zur Tagung zu bekommen, hieß es seitens der Projektleiter Russ und Milo Tesselaar. Mit dem deutschen Magazin "Dummy" wird eine Publikation vorgestellt, die sich bei jeder Erscheinung neu gestaltet und der Markus Brauk stellvertretend für die alternativen Blätter attestiert: "Keine Neuheit im Blätterwald, sondern ein Biotop. Zur Arterhaltung dessen, was - zumindest aus Sicht von Journalisten - leider immer weniger Lebensraum bekommt. Reportagen in der reinsten Form, losgelöst vom Zeitdruck der Branche."

Auch in Österreich haben nach Ansicht von Russ junge "Medienmenschen" eine Vielzahl interessanter Produkte gegründet, statt über Medienkonzentration und den umkämpften Werbemarkt zu klagen. Um bei der vom Kulturressort des Landes finanzierten Veranstaltung einen Kontrapunkt zu schaffen, wurde auch der heimische Marktführer im Magazinbereich, die Verlagsgruppe News, eingeladen.

Bildung eines starken Netzwerks

Die Bildung eines starken, nachhaltigen Netzwerks steht im Vordergrund des Projektes. Leser und Interessierte sollen sich einen Überblick über die Vielfalt der Zeitschriften und Special-Interest-Medien am österreichischen Markt verschaffen können. Über Produktionsbedingungen, Fragen ökonomischer Unabhängigkeit und Zukunftsperspektiven sprechen und diskutieren ausgewählte Referenten. Neben schon bekannteren Magazinen wie "datum", "bob" und "ray" oder "Schreibkraft" sollen auch Blätter vorgestellt werden, die erst seit kurzem am Markt vertreten sind. (APA)

Nähere Informationen über die Tagung "Starke Seiten - Tage österreichischer Magazinkultur" am 10. und 11.3.2006 im Audimax der FH, Eggenberger Allee 11, sind auf der Homepage magazinkultur.at abrufbar

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