1860 München tief in der Krise

13. März 2006, 16:28
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Hauptsponsor droht mit Rückzug und fordert Aufklärung der Finanzpolitik - Geschäftsführer entlassen - Schachner trainiert Löwen in Italien

München - Der deutsche Fußball-Zweitligist TSV 1860 München findet einfach keine Ruhe. Am Donnerstag trennten sich die "Löwen" und Geschäftsführer Jochen Seibert. Wie der Klub des österreichischen Trainers Walter Schachner in einer Pressemitteilung bekannt gab, wurde der Vertrag "auf Grund unüberbrückbarer Differenzen in Bezug auf die Geschäftspolitik" mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, keine weiteren Erklärungen abzugeben, hieß es.

Seibert war neben Detlef Romeiko Geschäftsführer der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA. Erst vor einer Woche war Leonhard Rossmann als Vize-Präsident des sportlich und finanziell angeschlagenen Traditionsvereins zurückgetreten.

Probleme mit den Finanzen

Unterdessen könnten auf den Klub neue finanzielle Schwierigkeiten zukommen. Der Hauptsponsor des Zweitligisten kritisierte die Finanzpolitik des Vereins scharf und drohte damit, die Unterstützung zu beenden. "Es muss aufgeräumt werden, sonst spielen wir mit dem Gedanken auszusteigen", sagte Festina-Geschäftsführer Manfred Stoffers der Münchner "Abendzeitung". Zuvor war bekannt geworden, dass die "Löwen" mit einem Millionenbetrag an die Stadiongesellschaft der Allianz Arena in Verzug geraten sind.

"Die Finanzpolitik schadet tatsächlich dem ganzen Verein", kritisierte Stoffers und riet 1860-Präsident Karl Auer, professionelle Berater zu engagieren, um der finanziellen Krise Herr zu werden. Gelinge dies nicht, werde der Hauptsponsor über Konsequenzen nachdenken.

"Wenn der Verein das Geld mehr oder weniger sinnlos verpulvert, muss sich der Sponsor mittelfristig Gedanken machen, ob er das noch mittragen kann", sagte Stoffers. Der spanische Uhrenhersteller Festina hatte im Juli 2005 einen Millionenvertrag mit den Münchnern unterschrieben, die derzeit nur auf Platz 13 der 2. Bundesliga stehen.

Trainingslager in Italien

Unterdessen arbeitet die Mannschaft der Sechziger seit Mittwoch in einem kurzfristig angesetzten Trainingslager in Italien daran, zumindest die sportliche Talfahrt des Klubs zu stoppen. Im Quartier in Udine fand der Tabellen-13. optimale Bedingungen vor. Bis Sonntag will der Steirer Schachner sein seit zehn Spielen siegloses Team mit insgesamt sieben Übungseinheiten auf die Heimpartie am Montagabend gegen Tabellenführer VfL Bochum einstimmen. "Wir können hier gut und konzentriert arbeiten, um die Kräfte für die restlichen elf Saisonspiele zu mobilisieren", meinte der ehemalige GAK-Trainer. (APA/dpa)

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