17. März 2006, 14:51
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Nach der gescheiterten Übernahme der Sendergruppe ProSiebenSat1 prüft der Axel Springer Verlag eine französische "Bild"-Zeitung. In Frankreich gebe es möglicherweise eine Marktlücke für eine Tageszeitung mit Boulevardanstrich, da der französische Journalismus bisher eher staatstragend sei, sagte Konzernchef Mathias Döpfner nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe) am Rande der Bilanzpressekonferenz in Berlin am Mittwoch.

Springer wäre der erste ausländische Zeitungsverlag, der im großen Stil auf den französischen Markt für Kaufzeitungen drängt. Die Schweden sind bereits mit dem Gratisblatt "Metro" in zahlreichen französischen Städten vertreten.

Ein Gang nach Frankreich müsse gut überlegt sein, unterstrich Döpfner: "Die Gründung einer neuen Zeitung würde eine bedeutende Menge Geld kosten", zitierte die "FTD" den Konzernchef. Vorbild wäre der Erfolg der Springer-Boulevardzeitung "Fakt" in Polen. Das Ende 2003 gegründete Blatt ist nach Springer-Angaben bereits größte Zeitung in Polen. "Bild" ist mit einer verkauften Auflage von rund 3,6 Millionen und einer Reichweite von zwölf Millionen Lesern die größte europäische Zeitung. (APA/AFP)

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