Ahmadinejad: Iran wird keine "Demütigung" hinnehmen

9. März 2006, 13:00
99 Postings

Präsident: "Es wird keinen anderen Weg als den des Widerstands gegeben" - Khamenei: Regierung muss im Atomstreit hart bleiben

Teheran - Im Streit um das iranische Atomprogramm will sich der Iran nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinejad dem internationalen politischen Druck nicht beugen und keinerlei "Demütigung" hinnehmen. "Uns war klar, dass wir auf unserem Weg zum Fortschritt auf solche Hürden stoßen würden, uns war auch klar, dass es keinen anderen Weg als den des Widerstands gegeben wird", sagte Ahmadinejad am Donnerstag in einer ersten Reaktion nach der Einschaltung des Weltsicherheitsrats in den Konflikt.

"Wir folgen dem Spruch unseres geliebten (dritten schiitischen) Imam Hussein und sagen "Hej Hat Mena Selah" (Verdammt will ich sein, wenn ich mich demütigen lasse)", sagte Ahmadinejad laut der Agentur ISNA in einer Rede in der Stadt Pole-Dokhtar. Dem Westen sei jedoch klar, dass er dem Iran nicht schaden könne, weil er schwach sei und selbst (im Fall von Sanktionen) noch größeren Schaden haben würde.

Drohung mit Ölkrise

Der iranische Chefunterhändler im Atomstreit, Ali Larijani, hatte vergangene Woche bei einer möglichen Verhängung von Sanktionen durch den Sicherheitsrat mit einer internationalen Ölkrise gedroht.

Bei einem Treffen am Vortag mit Angehörigen von im Krieg gegen den Irak (1980-1988) gefallenen iranischen Soldaten in der Provinz Lorestan erklärte Präsident Ahmadinejad, "die Iraner würden sogar ihr Leben geben, um ihre Rechte zu erlangen".

Ajatollah Ali Khamenei: Regierung muss im Atomstreit hart bleiben

Der oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Khamenei, hat die Regierung und das Volk am Donnerstag angewiesen, im Streit um das iranische Atomprogramm hart zu bleiben. "Wir werden uns (dem wachsenden internationalen Druck) widersetzen und unseren Weg des Fortschritts und Stolzes im Vertrauen auf Gott und die Weisheit fortsetzen", zitierte das staatliche Fernsehen Khamenei.

"Wenn wir jetzt nachgeben, werden die Europäer das nächste Mal mit neuen Vorwänden kommen, um uns unserer wissenschaftlichen Erfolge zu berauben", fügte Khamenei hinzu, der in allen Staatsangelegenheiten das letzte Wort hat. (APA/dpa/Red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Irans oberster Führer, Ajatollah Khamenei (links), der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad.

Share if you care.