Längere Öffnungszeiten für Wiener Märkte

27. März 2006, 15:33
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Novelle der Marktordnung in Begutachtung - Drei Marktkategorien mit unterschiedlichen Standgebühren

Wien - Die Wiener Märkte bekommen längere Öffnungszeiten. Künftig sollen die Standler ihre Waren wochentags von 7.00 bis 19.30 Uhr und am Samstag von 7.00 bis 17.00 Uhr anbieten dürfen, erklärte die zuständige Stadträtin Sonja Wehsely. Für die Gastronomie könnte die die Sperrstunde sogar auf 22.00 Uhr verlegt werden. Geplant ist aber auch eine Erhöhung der Standgebühren.

Die Änderungen sollen im Zuge einer Novelle der Marktordnung erfolgen, die sich derzeit in der Begutachtungsphase befindet, bestätigte Wehsely entsprechende Medienberichte. Geplant ist ein Ende der "Regelungswut" und damit eine Vereinfachung der Verordnung von derzeit rund 300 auf nur noch 50 Paragrafen. Der Beschluss soll im kommenden Mai im Gemeinderat erfolgen, damit die neuen Bestimmungen mit dem Beginn der warmen Jahreszeit in Kraft treten können.

Derzeitige Regelung

Derzeit ist die Marktöffnung von 6.00 bis 18.30 Uhr erlaubt. Die Verschiebung um eine Stunde ist aus Wehselys Sicht sinnvoll, weil sich auch das Leben der Konsumenten "nach hinten entwickelt". Zusätzlich plant die Stadträtin eine Vereinheitlichung zwischen festen Standlern und Marktfahrern, die derzeit - etwa auf den Bauernmärkten - ihre Waren nur am Ende der Woche anbieten dürfen.

Bei der Gastronomie will Wehsely auf die Wünsche der Bezirke eingehen. Sperrstunden um 20.00, 21.00 oder 22.00 Uhr - wie schon jetzt am Naschmarkt - sollen ermöglicht werden. Gleichzeitig wird festgelegt, dass die Gastronomie nicht mehr als ein Drittel der jeweiligen Marktstände ausmachen darf.

Neuregelung der Standgebühren

Völlig neu geregelt werden die Standgebühren. Während es derzeit nämlich einen Einheits-Quadratmetertarif von 8,94 Euro gibt, der seit 1997 nicht verändert wurde, werden die Märkte künftig in drei Kategorien unterteilt. Zusätzlich wird zwischen Handel und Gastronomie unterschieden.

In die teuerste Kategorie A fallen unter anderem der Naschmarkt und der Rochusmarkt. Für den Handel sollen dort künftig 10,28 Euro, für die Gastronomie 11,62 Euro fällig werden. In der Kategorie B (z.B. Brunnen- und Karmelitermarkt) sind es 9,83 bzw. 11,18 Euro, in der Kategorie C (z.B. Volkert- und Meidlinger Markt) 9,39 bzw. 10,73 Euro. Dies sei der Stand vor Beginn der Verhandlungen mit den Kammern, betonte Wehsely, kleine Änderungen seien noch möglich.

Zufrieden mit der Regelung

Der Obmann der Sparte Handel in der Wiener Wirtschaftskammer, Fritz Aichinger, zeigte sich am Donnerstag im Gespräch mit der APA jedenfalls bereits zufrieden: "Ich bin sehr froh, dass es jetzt endlich eine Regelung gibt." Schon seit langem sei darüber diskutiert worden, die Öffnungszeiten auf den Märkten auszudehnen. Dem Vernehmen nach gab es etwa neidvolle Blicke anderer Märkte auf den Naschmarkt und die dortige Ausnahme für die Gastronomie.

Einzig die Verpflichtung zur Öffnung der Stände bis 19.30 Uhr sei nicht unbedingt sinnvoll, betonte Aichinger. Denn werde diese Zeit in der Marktordnung festgeschrieben, müssten sich alle daran halten. Hier sei es notwendig, eine Regelung zu finden, die es den Händlern ermögliche, auch früher zuzusperren, so Aichinger. (APA)

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    Künftig sollen die Standler ihre Waren wochentags von 7.00 bis 19.30 Uhr und am Samstag von 7.00 bis 17.00 Uhr anbieten dürfen.

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