Hutchison verspricht weiter sinkende Preise

20. März 2006, 15:42
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Die Nummer Fünf am Markt sieht sich im Stande, tele.ring - nach der T-Mobile-Übernahme - zu ersetzen - Österreich­weiter Netzausbau bis 2007 angepeilt

Der derzeit fünftgrößte österreichische Mobilfunkanbieter Hutchison (Drei) will nach der geplanten Übernahme von tele.ring durch T-Mobile für weiter sinkende Mobilfunk-Tarife in Österreich sorgen. Schon heute sei Drei billiger als tele.ring. "Den Weg des Maverick (Preistreiber, Anm.) für Sprachtelefonie werde man auch in Zukunft konsequent weitergehen", erklärte Unternehmenschef Berthold Thoma in einer Aussendung.

Drei übernimmt tele.ring-Infrastruktur

Wenn Hutchison, wie geplant, beim Verkauf von tele.ring an T-Mobile die tele.ring-Sendestandorte übernehmen sollte, werde man im Laufe des Jahres 2007 das hauseigene UMTS-Netz österreichweit ausbauen. Die teilweise Untermiete im Netz des Marktführers A1 falle dann weg. Hutchison sei dann noch flexibler in der Preisgestaltung, erklärte Unternehmenssprecherin Maritheres Paul am Donnerstag im Gespräch mit der APA.

Hutchison widersprach damit Bedenken der EU-Kommission im Rahmen der Fusionsprüfung T-Mobile/tele.ring, wonach es "unwahrscheinlich" sei, "dass Hutchison die gleiche Geschäftsstrategie und Preissetzungspolitik wie tele.ring betreiben wird".

Keine eigene Diskontmarke

Was Hutchison nicht plane sei die Gründung einer eigenen Diskont-Marke, wie dies der Konkurrent One mit "Yesss!" getan habe. Das bedeute aber nicht, dass man in Zukunft auch verstärkt wieder mit günstigen Preisen Kunden anwerben wolle. "Wir haben die billigen Preise im vergangenen Jahr nur nicht beworben, weil nicht mit einem 'Hofer'-Image, sondern mit innovativen Endgeräten und Diensten Punkten wollten", entgegnete Paul. Die nächste Kampagne beginnt zu Ostern, Preis mehr im Mittelpunkt.

Dass der Wettbewerb in Österreich nicht mehr gesichert wäre, wenn die EU-Kommission den Zusammenschluss von T-Mobile und tele.ring genehmigen sollte, wie One-Chef Jorgen Bang-Jensen diese Woche befürchtete, glaubt Hutchison-Chef Thoma deshalb nicht. Thoma bezeichnete Bang-Jensens Aussagen als reinen "Lobbying-Versuch" und hofft auf "eine objektive Entscheidung" der Kommission.

Auf der Suche nach Kunden

Derzeit hat Drei in Österreich rund 300.000 bis 400.000 Kunden. Zum Vergleich: tele.ring hat zu Jahresende 1,029 Millionen Handykunden gehabt. Bis wann Drei diesen Kundenstock erreichen will, wollte die Sprecherin nicht kommentieren. Die internen Ziele seien aber ambitioniert, versicherte sie.

Mit dem eigenen Netz will Hutchison bis Jahresende bereits 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung erreichen. Bei tele.ring liegt die Abdeckungsrate derzeit bei 98 Prozent. Diese Ausbaustufe will Drei im Laufe des Jahres 2007 erlangen. Das Unternehmen baue ausschließlich UMTS-Sendeanlagen. Die neue Sendetechnik sei im Vergleich zu der GSM- und GPRS-Technik der anderen Betreiber mit Abstand die günstigste Variante, betont der Mobilfunkanbieter.

Teure Grundstücke

Teuer sind dagegen Grundstücksablösen, die langwierigen Behördenverfahren und der Bau der Sendemasten. Kommt es zum Deal mit T-Mobile und die tele.ring-Masten gehen an Hutchison, würde sich das Unternehmen eine Reihe von Verfahren ersparen. Dem Vernehmen nach soll ein Vorvertrag bereits unterzeichnet worden sein.

T-Mobile hat der EU-Kommission den Weiterverkauf der Sendeanlagen als Zugeständnis angeboten, damit diese die Übernahme von tele.ring doch noch genehmigt. In ihrem Zwischenanalyse hatte die Brüsseler Wettbewerbsbehörde zuvor erhebliche Bedenken angemeldet.(APA)

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