Erneut Ausnahmezustand in Öl-Provinzen wegen Streiks

9. März 2006, 12:16
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Polizei setzte Tränengas ein und nahm einen Gewerkschaftsführer fest

Quito - Der ecuadorianische Präsident Alfredo Palacio hat wegen gewalttätiger Streiks am Mittwoch erneut den Ausnahmezustand über Erdölgebiete im Osten des Landes verhängt.

Die Maßnahme, die Bürgerrechte wie etwa die Versammlungsfreiheit weitgehend einschränkt, gelte für die Provinzen Sucumbíos, Orellana und Napo, teilte ein Sprecher weiter mit. Für ihre Löhne streikende Erdölarbeiter hätten versucht, Förderanlagen zu besetzen und die Stromversorgung gekappt. Die Tagesproduktion sei von normalerweise 200.000 Barrel (jeweils 159 Liter) Rohöl auf nur noch 50.000 Barrel gesunken. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm einen Gewerkschaftsführer fest.

In den Erdölfördergebieten in den Regenwäldern Ecuadors kommt es immer wieder zu Unruhen, weil die Menschen vor Ort einen größeren Teil der Öleinnahmen für Investitionen in die Infrastruktur sowie in das Bildungs- und Gesundheitswesen der Region fordern. Erst vor knapp zwei Wochen hatte Palacio zeitweise über Napo den Notstand verhängt.

Ecuador ist das fünftgrößte Erdölförderland Lateinamerikas und einer der wichtigsten Lieferanten der USA auf dem Subkontinent. Die Einnahmen decken mehr als 40 Prozent des Staatshaushaltes Ecuadors. (APA/dpa)

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