Gesundheitsexperten beraten Notfallpläne in Genf

13. März 2006, 11:24
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Versuch Pandemie an ihrem Ausgangspunkt eindämmen, hätte Chancen

Genf - Eine neue Grippe-Epidemie unter den Menschen könnte nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch ein schnelles Eingreifen möglicherweise verhindert werden. Dazu sei es notwendig, dass die internationale Gemeinschaft eng zusammenarbeite und schnell reagiere, erklärte WHO-Expertin Margaret Chan in einer Stellungnahme. Zuvor hatten 70 Gesundheitsexperten aus der ganzen Welt in Genf über Notfallpläne beraten, die zum Einsatz kommen sollen, wenn der Vogelgrippe-Erreger H5N1 mutieren sollte und von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte.

Pandemie an ihrem Ausgangspunkt eindämmen

"Obwohl noch nie versucht wurde, eine Pandemie an ihrem Ausgangspunkt einzudämmen, gibt es doch immer mehr Hinweise darauf, dass es möglich ist", erklärte Chan. In der Stellungnahme wurde auf den ersten Ausbruch von H5N1 in Hongkong 1997 verwiesen. Chan war damals Gesundheitsdirektorin dort und ordnete die Schlachtung sämtlichen Geflügels an. Außerdem habe die internationale Gemeinschaft den Ausbruch der Lungenkrankheit SARS unter Kontrolle bekommen, hieß es. Chan erklärte, möglicherweise könnten die Maßnahmen das Fortschreiten einer Pandemie nur verlangsamen. Aber auch in diesem Fall wäre zumindest Zeit gewonnen.

Entschädigung

WHO-Generaldirektor Lee Jong Wook forderte unterdessen die afrikanischen Regierungen auf, Milliarden Dollar für die Entschädigung von Bauern bereitzustellen, deren Geflügel vorsorglich gekeult werden müsse. Nur bei einer angemessenen Entschädigung seien die Bauern zur Kooperation bereit, sagte Lee bei einem Besuch in Kenia. Die internationale Gemeinschaft könne sich an den Zahlungen beteiligen. In Afrika wurde der Ausbruch der Vogelgrippe in Nigeria, Niger und Ägypten bestätigt. (APA)

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