Rotes Kreuz: Seit 2006 über 1.000 Tote vor den Kanaren

21. März 2006, 20:08
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Offizielle Zahlen geben dagegen 106 Opfer an - Route vom Norden Mauretaniens auf die Kanaren immer populärer

Madrid - Seit Beginn des Jahres sind nach Schätzungen des spanischen Roten Kreuzes bereits weit mehr als 1.000 Flüchtlinge mit Kurs auf die Kanarischen Inseln ums Leben gekommen. Offiziellen Zahlen zufolge starben seit Ende Dezember 106 Menschen beim Versuch, die "Festung Europa" auf dem Seeweg über die spanischen Kanaren zu erreichen.

"Schätzen Zahl auf das Zehnfache"

Doch Jaime Bara vom Roten Kreuz zufolge liegt die wirkliche Zahl deutlich höher. "Wir schätzen die Zahl auf das Zehnfache", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Seine Organisation kümmere sich derzeit um rund 1.600 Einwanderer, die im Januar und Februar die Inselgruppe erreicht hätten.

Jeden Tag stechen Bara zufolge schätzungsweise 200 bis 600 Flüchtlinge zwischen dem Norden Mauretaniens und Guinea Bissau in See, um das spanische Archipel vor der Küste Nordwestafrikas zu erreichen - eine Strecke von 1.000 bis 2.000 Kilometern.

Die Route ist in den vergangenen Monaten immer populärer geworden, nachdem Marokko unter dem Druck Spaniens und der Europäischen Union (EU) verstärkt gegen Menschenschmuggler vorgegangen ist. Zuvor brachten die Schmuggler die Flüchtlinge von Marokko aus über den dort etwa 100 Kilometer langen Seeweg auf die Kanaren. (APA/Reuters)

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