Grünbuch für WKÖ und IV positives Signal

30. März 2006, 19:26
posten

Leitl für europaweiten Regulator - Koren hofft auf Ausbau der Energie-Infrastruktur

Wien - Positiv haben Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Industriellenvereinigung das am heutigen Mittwoch vorgestellte Grünbuch der EU-Kommission zur Energiepolitik bewertet.

"Die Europäische Kommission geht mit ihren neuen Vorschlägen zur Energiepolitik auf viele Forderungen der österreichischen Wirtschaftskammer ein", erklärte WKÖ-Präsident Christoph Leitl zum "Grünbuch für sichere, wettbewerbsfähige und nachhaltige Energie für Europa". Erstmals werde ein ganzheitlicher Ansatz im Energiebereich forciert. Das Kommissionsdokument ist für Leitl jedoch erst der "Startschuss zu einer Diskussion über die künftige europäische Energiestrategie, die angesichts der jüngsten Entwicklungen dringend fällig ist".

Die EU-Kommission bestätige in ihrem Grünbuch die von der Wirtschaftskammer schon oftmals geäußerte Kritik an der fehlenden Umsetzung der Liberalisierung der Energiemärkte, betonte der WKÖ-Präsident. Die erhobene Forderung nach einem gesamteuropäischen Netz und einem großeuropäischen Energiemarkt ist für Leitl die einzige Möglichkeit, die Energieversorgung Europas langfristig zu garantieren.

Europaweiter Energieregulator

Den Plan, einen europaweiten Energieregulator zu schaffen, begrüßt der Präsident ausdrücklich. Mit dem Plan der Kommission, europaweite "weiße Zertifikate" fürs Energiesparen herauszugeben, ist die WKÖ nur dann einverstanden, wenn "dieses System ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand funktioniert und einen erheblichen Sparnutzen mit sich bringt."

Abschließend forderte der WKÖ-Präsident Brüssel dazu auf, den "Aktionsplan für Energieeffizienz" endlich herauszubringen und konkrete Maßnahmen wie etwa die bessere Isolierung von Gebäuden oder Niedrigenergieautos zu forcieren. Dabei könnte auch das geplante Europäische Technologie Institut (ETI) eine Rolle spielen. Österreich solle sich auf Grund seiner Vorreiterrolle in der Energie- und Umwelttechnologie um den Sitz für zumindest diesen Bereich des ETI bewerben, forderte Leitl.

Erster Schritt in die richtige Richtung

Das vorgestellte Grünbuch sei "ein erster Schritt in die richtige Richtung", erklärte der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Peter Koren. Mit dem Grünbuch werde ein erster Ausblick auf die Arbeit der kommenden Jahre gegeben und eine Strategie für eine effiziente, sichere und wettbewerbsorientierte Energiepolitik zur stabilen Energieversorgung Europas entwickelt.

Die zentralen IV-Forderungen nach einer koordinierten europäischen Energiepolitik mit einem gemeinsamen Auftreten der EU nach außen, der Beseitigung der bestehenden Engpässe im europäischen Strom- und Gasnetz, der konsequenten Umsetzung des 2. Liberalisierungspaketes oder der Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie finden sich im Grünbuch. Für Österreich erhofft sich Koren positive Signale in Richtung Verbesserung des Wettbewerbs am Energiemarkt sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur. Die gesicherte Energieversorgung werde in den nächsten Jahren für die Wachstums-Chancen von Wirtschaftsregionen bestimmend sein. Koren betonte in dem Zusammenhang erneut die IV-Forderung nach einem Energie-Generalplan. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Die Europäische Kommission geht mit ihren neuen Vorschlägen zur Energiepolitik auf viele Forderungen der österreichischen Wirtschaftskammer ein", lobt WKÖ-Präsident Christoph Leitl.

Share if you care.