Hightech-Industrie sieht sich in Deutschland als Konjunkturmotor

15. März 2006, 14:40
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Anhaltend stabile Zuwächse auf relativ hohem Niveau erwartet

Die Hightech-Industrie in Deutschland rechnet weiterhin mit stabilen Wachstumsraten auf vergleichsweise hohem Niveau und sieht sich als Konjunkturmotor. Nach einer Prognose des Branchenverbandes BITKOM steigt der Umsatz der Informationstechnik und Telekommunikation 2006 wie im Vorjahr um 2,4 Prozent auf dann rund 137 Mrd. Euro. "Diese Dynamik tut der Wirtschaft insgesamt gut", sagte BITKOM-Präsident Willi Berchtold am Mittwoch vor der Eröffnung der Leitmesse CeBIT in Hannover. "Es ist wieder richtig Musik in unserer Branche."

Über dem erwarteten Wachstum der Gesamtwirtschaft

Mit der prognostizierten Zuwachsrate liege die ITK-Branche erneut klar über dem erwarteten Wachstum der Gesamtwirtschaft. Für 2007 wird allerdings ein niedrigeres Plus von 2 Prozent erwartet.

Der Gesamtmarkt werde derzeit vor allem von der Informationstechnik getrieben, sagte Berchtold. Die Unternehmen investierten wieder verstärkt in neue Hard- und Software, um produktiver und wettbewerbsfähiger zu werden. Dies gelte insbesondere für den Mittelstand. Davon profitierten vor allem Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen.

Die Telekommunikation dagegen wachse nicht mehr so stark wie noch vor kurzem gedacht. Als Grund nannte Berchtold einen "extrem scharfen Technologiewettbewerb", der zu sinkenden Gebühren führe. Mit der klassischen Festnetztelefonie geht es der Prognose zufolge weiter bergab. Zusätzlicher Wettbewerb entstehe zudem durch die Internet-Telefonie.

Trotz Preisschlacht

Beim Mobilfunk erwartet der BITKOM trotz der Preisschlacht ein Wachstum von drei Prozent. 95 von 100 Bundesbürgern hätten bereits ein Handy. Der Trend gehe aber zum Zweit- und Dritt-Handy.

Einen Boom sieht der Branchenverband bei der schnellen Datenübertragung im Festnetz. Die Zahl der DSL-Zugänge steige rasant an. 2005 sei die Zahl der schnellen Internet-Zugänge um mehr als die Hälfte auf knapp elf Millionen. Bis 2008 werde sich die Zahl der Anschlüsse noch einmal verdoppeln, so die Prognose.

Der Umsatz im Marktsegment IT-Hardware stagniert dagegen 2006. Zwar gehen die Stückzahlen zum Teil rapide nach oben, etwa bei PCs, Druckern und Multifunktionsgeräten. Bei Laptops, Druckern und anderen Geräten aber gibt es einen Preisverfall.

Der Markt für Unterhaltungselektronik wird anderen Schätzungen zufolge 2006 zweistellig wachsen. Renner sind etwa Flachbildfernseher, neue Spielkonsulen und MP3-Player. (APA/dpa)

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