Die neue Nummer Drei

23. Juni 2006, 18:00
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Übernahme von Inode durch UPC Telekabel erfolgt - Neue Manager - Marke Inode bleibt - Chello bald in ganz .at - Kein Stellenabbau

Das österreichischen Festnetz und Internet hat eine neue Nummer Drei. Am Mittwoch lud UPC Telekabel, Tochter des US-Medienkonzerns Liberty Global, zu einer Pressekonferenz, um den Abschluss der der Komplettübernahme des Internetanbieters Inode zu bestätigen. Der Kaufpreis betrug 95 Millionen Euro. Die heimischen Wettbewerbsbehörden hatten keinerlei Einwände gegen den Deal.

Neue Reichweiten

UPC rückt mit der Inode-Übernahme näher an die Marktführer Telekom Austria und Tele2UTA heran. Das Unternehmen, bisher nur in Wien, Wiener Neustadt, Baden, Graz, Klagenfurt und mit der im Oktober übernommenen Schweizer Cablecom auch in Vorarlberg vertreten, verdoppelt damit seine Reichweite in Österreich mit der Inode-Übernahme auf einen Schlag von 30 auf 60 Prozent aller österreichischen Haushalte. Bis 2010 wolle das Unternehmen seine Reichweite auf 80 bis 90 Prozent aller Haushalte ausdehnen, erklärte Telekabel-Österreich-Chef Thomas Hintze. Zusammen kommen die beiden Unternehmen auf mehr als eine Million Einzeldienste, der gemeinsame Jahresumsatz für das Jahr 2005 betrug mehr als 315 Millionen Euro.

UPC-Manager übernehmen

Die Marke Inode bleibt bestehen. Allerdings übernehmen gestandene UPC-Manager die Leitung von Inode. Neu in die Inode-Geschäftsführung eingezogen ist auch Neil Quinn, der nunmehr sowohl bei Inode als auch UPC Austria für die Finanzen zuständig ist. Die operative Leitung (COO) übernimmt Gerald Schwanzer neben seiner Tätigkeit als stellvertretender Leiter des Marketings & Sales von UPC Telekabel. Roland Türke, stellvertretender Leiter der Network Operations von UPC Telekabel ist ab sofort als CTO in der Inode für die technischen Belange zuständig. Laut Hintze, werden Schwanzer und Türke Inode künftig nach außen vertreten.

Rücktritt

Die bisherigen Geschäftsführer und teilweise Miteigentümer Michael Gredenberg, Wolfgang Haidinger, Nikolaus Offner und Robert Rotmann haben die Geschäftsführung zurückgelegt. Auch der gesamte Inode-Aufsichtsrat sei zurückgetreten. Das sei zwar ungewöhnlich, aber auf ihren Wunsch hin so geplant gewesen, betonte Hintze. Alle vier Geschäftsführer würden aber als Konsulenten erhalten bleiben.

Bild: Die neue Inode-Führung: Gerald Schwanzer, Thomas Hintze und Roland Türke bei der Pressekonferenz

"Wir sind nun kein 'Kabler' mehr, sondern ein Multimedia-Anbieter", zeigte sich Thomas Hintze zufrieden. Für den Einstieg seien zwei Gründe maßgeblich gewesen, einerseits die Erweiterung der Reichweiten und andererseits der Einstieg in das Business Markt Segment. Wachsen will man künftig mit endbündelten Leitungen, da der klassische Kabelmarkt gesättigt ist.

Chello in ganz .at

Dementsprechend will man Breitbandinternet für Privatkunden unter der Marke Chello in ganz Österreich anbieten. Inode soll sich verstärkt um Geschäftskunden kümmern. Für die bisherigen Kunden ändere sich nichts, betonte Schwanzer. Mit einer Preisschlacht, wie unter den heimischen Mobilfunkern, rechnet Inode-COO Schwanzer nicht bzw. will man eine solche auch nicht beginnen.

Auf den Malediven

Zu einem Mitarbeiter-Abbau werde es nicht kommen, die Überschneidungen von Inode und UPC seien relativ gering. Zudem wachse das Geschäft mit Breitbandinternet und VoIP sehr dynamisch. Auch Internet-Fernsehen (IP-TV) sei ein Thema, befinde sich aber erst im Werden. Schwerpunkt werde heuer bei der Entbündelung und den entbündelten Internet Breitband-Produkten wie XDSL, SDSL, VoIP und IP-Telefonie liegen.

Malediven

Die Inode-"Erfinder" Michael Gredenberg und sein Kompagnon Peter Augustin (beide 30), die das Unternehmen gemeinsam 1996 gegründet haben, wurden durch den Verkauf zu Millionären.

Bild: Der neue (Thomas Hintze) und der alte Inode Chef Michael Gredenberg.

Laut Hintze urlauben sie zur Zeit auf den Malediven. (sum/APA)

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    foto: upc
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