Crédit Agricole verdoppelt Gewinn

8. März 2006, 14:44
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Die französische Großbank übertrifft mit ihrem Ergebnis für das vierte Quartal deutlich die Erwartungen der Analysten

Paris - Frankreichs größte Privatkundenbank Crédit Agricole hat ihren Gewinn im vierten Quartal 2005 mehr als verdoppelt und die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Verbesserungen gab es dabei sowohl im Investmentbanking wie auch im Geschäft mit privaten Kunden. Die mittlerweile abgeschlossene Integration des übernommenen Rivalen Credit Lyonnais wirkte sich ebenfalls positiv aus.

Dividendenerhöhung

Der Nettogewinn habe im Berichtszeitraum bei gut einer Milliarde Euro gelegen, teilte Crédit Agricole am Mittwoch in Paris mit. Analysten hatten im Schnitt nur mit 923 Millionen Euro gerechnet. Der operative Gewinn stieg um 61,5 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro, die Einnahmen erhöhten sich um 24 Prozent. Das Geldhaus hob die Dividende überraschend stark um 42 Prozent auf 94 Cent je Anteilsschein an. 2004 hatten hohe Belastungen aus der 20 Milliarden Euro teuren Crédit-Lyonnais-Übernahme das Ergebnis noch gedrückt.

Aktie legt zu

An der Börse kam die Quartalsbilanz gut an: Die Aktien von Crédit Agricole verteuerten sich um ein Prozent auf 31 Euro. Zeitweise waren sei sogar mehr als drei Prozent im Plus und kosteten 31,80 Euro, was nur wenige Cent vom Rekordhoch entfernt ist, das vergangene Woche bei 31,85 Euro markiert worden war.

Crédit Agricole folgt mit den guten Zahlen einer Reihe anderer Banken, die zuletzt steigende Gewinne gemeldet hatten - darunter auch die französischen Rivalen BNP Paribas und Societe Generale. Hier zu Lande können die Deutsche Bank und die Commerzbank auf ein gutes Jahr 2005 zurückblicken. Die Branche profitierte europaweit von der anziehenden Konjunktur, steigenden Börsenkursen und einer Welle von Fusionen und Akquisitionen, die Banken beraten und finanzieren.

Die europäische Bankenlandschaft steht aber auch selbst vor einer Phase größerer Zusammenschlüsse, nachdem sich zuletzt die italienische Bank Unicredito die Münchener HVB geangelt hatte. Die Franzosen sind dabei vor allem in Italien aktiv. BNP Paribas hat dort für die BNL ein neun Milliarden Euro schweres Angebot auf den Tisch gelegt. Crédit Agricole hatte erst vor wenigen Monaten angekündigt, in den nächsten drei Jahren fünf Milliarden Euro für Zukäufe im Ausland in der Kasse zu haben. In Italien ist das Geldhaus bereits mit 18 Prozent an der Banca Intesa beteiligt, die immer wieder als Übernahmeziel gehandelt wird. Crédit-Agricole-Finanzchef Gilles de Margerie sagte, sein Haus schaue sich momentan den türkischen Bankenmarkt sehr genau an. (APA/Reuters)

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