Missverständnisse im Postfach

8. März 2006, 13:05
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Purer Zufall, ob der Adressat einer E-Mail genau dasselbe versteht, was der Absender gemeint hat

Chicago - Die Kommunikation mit E-Mails führt häufiger zu Missverständnissen als gemeinhin gedacht. Einer Studie der University of Chicago zufolge ist es purer Zufall, ob der Adressat einer E-Mail genau dasselbe darin versteht, was der Absender gemeint hat. Schuld daran sind die Tücken und die unausgesprochenen und erwarteten Dinge der nonverbalen Kommunikation. Die Forscher beauftragten je eine Hälfte von 30 Studentenpaaren damit, sich gegenseitig banale Aussagen über das Wetter, das Essen in der Mensa oder andere Alltagsthemen zu zuschicken. Einmal sollten die Aussage nüchtern-neutral, das andere Mal sarkastisch formuliert sein.

Auch Emoticons vemeiden Missverständnisse nur bedingt Die Aussagen wurden vom Empfänger der E-Mail nur in 50 Prozent der Fälle auch so verstanden, wie der Absender sie verfasst hatte. Die Forscher folgern daraus, dass die Absender beim Verfassen einer E-Mail auch eventuelle Stimmungen und Tonfälle im Hinterkopf haben, die der Empfänger aber nicht kennen und wissen kann. Auch Symbole wie Smileys oder allgemeingültige Abkürzungen von Verhaltensregeln im Internet könnten die Missverständnisse bei dieser Art der nonverbalen Kommunikation nur bedingt vermeiden.

Fazit der Studie: In wichtigen Dingen ist ein Telefonat oder ein persönliches Gespräch allemal besser als eine E-Mail.

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