Deutsches Atommüllendlager darf gebaut werden

9. März 2006, 11:58
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Familie und Kommunen klagten den Bau - Deutscher Umweltminister: "Wenig Spielraum, das Projekt noch zu stoppen"

Lüneburg - Das geplante deutsche Atommüllendlager Schacht Konrad in Salzgitter darf gebaut werden. Die Genehmigung für das Lager war rechtens, entschied das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg.

Gegen den Bau geklagt hatten eine Familie aus der Nachbarschaft sowie die Kommunen Salzgitter, Vechelde und Lengede. Das Gericht entschied außerdem, dass keine Revision gegen das Urteil zugelassen wird.

Die Kläger hatten unter unter anderem geltend gemacht, dass die Langzeitsicherheit des Lagers nicht ausreichend überprüft wurde. In dem ehemaligen Eisenerzbergwerk soll schwach- und mittelradioaktiver Abfall aus ganz Deutschland dauerhaft unter der Erde eingeschlossen werden. Solcher Müll fällt in Forschungslabors, Kliniken oder der Industrie an. Schacht Konrad war 2002 nach langem politischem Tauziehen vom niedersächsische Umweltministerium genehmigt worden.

Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte kurz vor dem Gerichtsentscheid noch einmal bekräftigt, dass er ein Atommüllendlager im Schacht Konrad ablehnt. "An meiner kritischen Haltung zu dem Projekt Konrad hat sich nichts geändert", sagte Gabriel der "Berliner Zeitung". Allerdings gebe es wenig Spielraum, das Projekt noch zu stoppen. (APA)

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