Boni: "Die Chance lebt immer"

9. März 2006, 21:48
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Caps-Coach nach zweiter Niederlage gegen Salzburg enttäuscht aber hoffnungsvoll - Offenes Duell zwischen VSV und Haien

Wien - Die Red Bulls Salzburg stehen nach dem zweiten Spiel der "best of seven"-Semifinalserie der Erste Bank Eishockey Liga zwei Schritte vor der Entthronung des amtierenden Meisters Vienna Capitals. Zwei Tage nach dem klaren 6:1-Heimerfolg über den Titelverteidiger setzte sich das Team von Headcoach Hardy Nilsson auch in der Wiener Albert Schultz-Halle knapp, aber verdient mit 3:2 durch und führte im Kampf um den Finaleinzug bereits eine Vorentscheidung herbei. In Spiel drei stehen die Wiener heute 19:15 Uhr in Salzburg unter Zugzwang.

 

In der zweiten Halbfinalserie zwischen dem HC TWK Innsbruck und dem EC Pasut Villacher SV kündigte sich schon in den ersten beiden Partien ein wesentlich spannenderer Verlauf an. Nach der Auswärtsniederlage zum Auftakt siegten die "Haie" am Dienstag mit 4:3 und stellten damit auf 1:1. Beiden Playoff-Duellen gemeinsam war der spannende Spielverlauf und die bedingungslose Härte, mit der die Zweikämpfe geführt wurden.

In der mit 4.200 Fans nicht ganz vollen Schultz-Halle erwiesen sich die Salzburger einmal mehr als das abgebrühtere und weitaus diszipliniertere Team. Die Capitals fassten nicht nur mehr Strafminuten aus, sondern verloren für das Spiel drei auch Kevin Mitchell, der nach einem ebenso unfairen wie unnötigen Cross-Check gegen Ex-Capitals-Kapitän Dieter Kalt mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe sowie einem Spiel Sperre bedacht wurde. "Das macht es natürlich auch nicht leichter", klagte Coach Jim Boni nach der Heimniederlage.

Der "Caps"-Trainer und ÖEHV-Teamchef zeigte sich zwar enttäuscht, von einer Entscheidung zu Gunsten der Red Bulls wollte der Italo-Kanadier aber nichts wissen: "Die Salzburger hatten heute einen echten Traumstart mit zwei Toren aus zweieinhalb Chancen. Wenn ihr Keeper Irbe weiter so hält, wird es ganz schwer. Die Chance lebt aber immer." Der von Boni angesprochene lettische Olympia-Torhüter Irbe war hauptverantwortlich dafür, dass die Wiener zahlreiche hochkarätige Torchancen ungenützt ließen und auch in zwei Fünf-gegen-Drei-Überzahlsituationen nicht zum Torerfolg kamen.

Im Lager der Salzburger gab man sich nach dem von Pfiffen und einem Bierbecher-Hagel begleiteten Verlassen der Wiener Eisfläche vorsichtig optimistisch. Verteidiger Martin Ulrich meinte: "Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Das 2:0 ist gut, entschieden ist aber noch gar nichts." Sein schwedischer Coach Hardy Nilsson sah es ähnlich: "Wir haben heute konsequent und diszipliniert gespielt, müssen aber immer noch zweimal gewinnen."

Auf die Palme brachte den "Bullen"-Trainer der unrühmliche Schlusspunkt in Form der Attacke von Mitchell gegen Kalt: "Im Grunddurchgang waren die Capitals eine spielerische Mannschaft. Heute haben sie nur noch mit den Stöcken geschlagen. Es wäre peinlich, wenn er nicht mehrere Spiele Sperre bekommt".

Eine intensive Partie mit handfesten Auseinandersetzungen gab es auch in der von 4.500 Zuschauern besuchten Innsbrucker Olympiahalle. So mussten Mössmer und Oraze nach einer Rauferei im Mitteldrittel vorzeitig unter die Dusche. Todd Elik, der die Tiroler mit 1:0 in Führung brachte, war nach dem Ausgleich in der Serie erleichtert: "Wir hatten endlich einmal wieder Freude und Spaß am Spiel. Das Duell bleibt damit offen." Teamkollege Gerhard Unterluggauer stieß ins gleiche Horn: "Es war das erwartet harte Spiel. Wir haben uns gut verkauft und echten Playoff-Charakter gezeigt."

VSV-Coach Greg Holst erwartet noch eine lange und hart umkämpfte Serie: "Wir haben gewusst, dass Innsbruck eine gute Mannschaft ist. Bis zur Entscheidung wird es noch einige Spiele mit Kriegs-Charakter geben." (APA)

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