Experten und Politiker nicht einig

13. März 2006, 11:23
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Zitate reichen von "Pandemie" bis "keine Gefahr"

Wien - Es scheint, als wären sich Experten und Politiker bei ihrer Einschätzung, ob die Vogelgrippe für den Menschen gefährlich ist oder nicht, in etwa so einig wie eine Stammtischrunde. Folgend eine Übersicht über verschiedenen Zitate, die im Laufe der Diskussion in den vergangenen Wochen gefallen sind.

WHO warnt

12. Jänner: Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Shigeru Omi, warnte davor, dass "die Gefahr eine Vogelgrippe-Pandemie mit jedem Tag wächst".

Rauch-Kallat betont: Keine Gefahr

17. Februar: Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) betont bei einer Pressekonferenz, dass bei der Vogelgrippe derzeit keine Gefahr für den Menschen besteht. "Diabetes ist eine viel größere Gefahr als die Vogelgrippe", betonte sie.

WHO: Steigende Gefahr

20. Februar: Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von einer "steigenden Gefahr einer Vogelgrippe-Pandemie" unter den Menschen. In einem solchen Fall plädierte die deutsche Grün-Politikerin Bärbel Höhn die Fußball-WM in Deutschland abzusagen.

Angstforscher sprechen von Panikstimmung

20. Februar: Die Vogelgrippe löst nach Ansicht des Göttinger Angstforschers Prof. Borwin Bandelow bei vielen Menschen Urängste aus. Einhergehend mit der Ausbreitung der Tierkrankheit rechne er deshalb mit einer zunehmenden Panikstimmung, sagte der Arzt und Psychiater. Die Vogelgrippe werde von den Menschen als besonders gefährlich wahrgenommen, weil sie "wie eine biblische Plage" wirke. "Sie kommt von oben, ist unkontrollierbar, unbeherrschbar und geht um die ganze Welt."

Chef der deutschen Tierärzte: Gefahr gestiegen

29. Februar: Nachdem der Virus in Deutschland bei einer Katze festgestellt worden war, warnte der Chef des deutschen Tierärzte Berufverbandes, Hans-Joachim Götz, dass "die Gefahr für den Menschen möglicherweise gestiegen ist". "Man muss die Gefahr neu bewerten", meinte er.

Österreichische Bundestierärztekammer: Keine Gefahr

1. März: Der Präsident der österreichischen Bundestierärztekammer, Dr. Walter Holzhacker, sieht keine größere Gefahr nach dem Bekanntwerden von H5N1-Infektionen bei Katzen. "Wenn kein Wassergeflügel in der Umgebung ist, besteht für die Katzen keine Gefahr. Eine Übertragung von einer Katze auf einen Menschen ist noch nirgends beobachtet worden", erklärte er.

US-Seuchenexperte: Keine Katastrophe

3. März: Trotz des "vorhandenen Pandemie-Risikos" durch die Vogelgrippe sieht der US-Seuchenexperte Adolpho Garcia-Sastre keine Gefahr einer verheerenden Epidemie wie bei der spanischen Grippe 1918. "Selbst wenn sich H5N1 zu einem für den Menschen gefährlichen Virus entwickelt, wird es dank neuer Medikamente wahrscheinlich nicht zu einer Katastrophe wie damals kommen", sagte der Virologe.

Deutscher Landwirtschaftsminister: Katzen sind potenzielle Gefahr

8. März: Der deutsche Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) sieht nach dem Fund von weiteren mit Vogelgrippe infizierten Katzen eine "potenzielle Gefahr" für den Menschen. "Das heißt, dass das Virus diese Schranke zum Säugetier jetzt nicht nur in einem Einzelfall, sondern mehrfach überwunden hat. Damit ist die Vogelgrippe deutlich näher an den Menschen gerückt." (APA)

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