Conwert: Immobilienvermögen wird heuer wieder verdoppelt

27. März 2006, 14:28
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Auch Conwert will sich mit frischem Kapital für Immobilienzukäufe rüsten. Mehreinnahmen erhofft man sich aus höheren Mieten nach einer Sanierung und aus Wohnungsverkäufen

Wien – Der Althausspezialist Conwert (im Juli 2001 gegründet, seit 2002 an der Börse) möchte auch heuer seinen Immobilienbesitz verdoppeln – auf 1,8 Milliarden Euro. Nach zwei Kapitalerhöhungen im Vorjahr wird bei der heutigen Hauptversammlung ein um 50 Prozent höherer Kapitalrahmen genehmigt. Das ist notwendig, weil der Abschluss eines neuen Deals mit 25 Mio. Euro kurz bevor steht und sich Conwert nach wie vor Hoffnungen auf ein großes Immobilienpaket der Wiener Allianz Versicherung im Wert von 450 bis 500 Mio. Euro macht, dessen Käufer zur Jahresmitte feststeht. Wird die Kapitalerhöhung voll ausgeschöpft, könnte das rund 300 Mio. Euro in die Kassen spülen.

Von den 105 Mio. Euro Umsatzerlösen entfielen im Vorjahr allein 68 Mio. Euro auf Wohnungsverkäufe und lediglich 37 Mio. auf Mieteinnahmen. Die Aufwertungsgewinne wurden mit 17 Mio. Euro beziffert, was in etwa der Hälfte des Vorsteuerergebnisses entspricht. Bezogen auf den gesamten Immobilienwert (912 Mio. Euro) entspricht das einer Wertsteigerung von knapp fünf Prozent.

Fast ein Drittel der Flächen wird zu weniger als 2,77 Euro/ m² vermietet. Nach einer Sanierung können diese Flächen deutlich höher vermietet werden. Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter und Monat liegt derzeit bei 3,96 Euro.

Zurzeit hat Conwert knapp 800 Immobilien mit einem Gesamtwert von 1,2 Mrd. Euro. Deutlich mehr als die Hälfte davon wird vermietet und langfristig gehalten. Rund 122 Mio. Euro sind Altbauwohnungen, die im Lauf der Zeit abverkauft werden. Etwa 76 Mio. Euro stecken im Geschäft mit der Vermietung von geförderten Neubauwohnungen.

Zusätzliche Einnahmen erhofft sich Conwert auch von den riesigen Flächen, die in den vergangenen Monaten zu billigen Preisen im Osten Deutschlands gekauft wurden. Derzeit liegen bereits 40 Prozent der Conwert-Nutzflächen in Deutschland. "Wir kaufen in Deutschland Häuser teilweise um die Hälfte dessen, was sie sechs oder sieben Jahre vorher gekostet haben", sagte Conwert-Chef Günter Kerbler. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.2.2006)

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