FBI: El-Kaida-Strategien sind US-Regierung lange bekannt

14. März 2006, 17:41
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Seit Mitte der Neunziger wusste man von Trainingsmethoden und Anschlagsplänen - Hochrangige Kämpfer konnte man aber nicht festnehmen

Alexandria - Die US-Regierung wusste nach Darstellung der Bundespolizei FBI seit Mitte der neunziger Jahren von den Trainingsmethoden und Anschlagsplänen der El-Kaida.

Sie sei etwa über die Möglichkeit besorgt gewesen, dass Extremisten Flugzeuge entführen könnten, sagte am Dienstag ein FBI-Vertreter im Prozess gegen den El-Kaida-Komplizen Zacarias Moussaoui in Alexandria. Zu den Anschlägen vom 11. September 2001 äußerte sich Michael Anticev während der Befragung durch die Verteidigung nicht konkret. Er räumte aber ein, dass es den Behörden trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen sei, hochrangige Kämpfer der radikalen Gruppe festzunehmen. Insbesondere sei es zwischen 1996 und 1998 nicht gelungen, den im Nachhinein als Planer der Anschläge verdächtigten Chalid Sheikh Mohammed aufzuspüren.

Bedeutung von Aussagen für Maoussaoui-Prozess

Die Aussagen Anticevs sind von Bedeutung, da in dem am Montag eröffneten Verfahren die Frage im Mittelpunkt steht, wie viel die US-Regierung von den El-Kaida-Plänen vor den Anschlägen bereits wusste. Der 37-jährige Moussaoui war einen Monat vor den Anschlägen in New York und Washington festgenommen worden und gestand im April vergangenen Jahres, von der El-Kaida für ein anderes Attentat mit einem Flugzeug angeheuert worden zu sein. Er bestritt jedoch, von den September-Anschlägen gewusst zu haben.

In einer ersten Phase muss das Gericht nun klären, ob Moussaoui den Behörden Informationen vorenthalten hat, auf deren Basis die Anschläge hätten verhindert werden können. Dies ist die Darstellung der Regierung. Sollte die zwölfköpfige Jury dem folgen, droht dem Angeklagten die Todesstrafe. Die Verteidigung bestreitet die Vorwürfe und hat erklärt, die US-Regierung habe im Vorfeld der Anschläge mehr gewusst als Moussaoui. Tatsächlich gab es nach den Anschlägen wiederholt Vorwürfe, die verschiedenen Sicherheitsdienste der US-Regierung hätten die Attentate bei einer besseren Zusammenarbeit verhindern können. (Reuters)

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