Nur die Kettensäge hilft: Hässliche Raupen sind der Bäume Tod in Wien

21. März 2006, 17:46
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Geradezu boshaft, wie der Blausieb ist, verweigert er sich auch jeglicher Wirkung von Schädlingsbekämpfungsmitteln

Dieser Kerl bringt das Kunststück zusammen, dass er sogar als Schmetterling ausgesprochen ungustig anzuschauen ist. Womit natürlich auch die Mitleidsgefühle, die seine Spezies auszulösen vermag, eher bescheidene sind.

Sogar der Name "Blausieb" (Zeuzera Pyrina) spreizt sich dem Wohlgefallen, die Raupe ist schlicht hässlich - was in Fragen der Natur und ihres Schutzes an sich keine Rolle spielen dürfte. Der Blausieb aber ist auch ein Baumkiller der üblen Sorte. Und das besiegelt sein Schicksal. Die Raupe frisst sich siebartig durch Äste, die dann leicht abbrechen und is(s)t dabei auch nicht wählerisch: Geknabbert werden fast alle Laubbäume.

Experten des Wiener Stadtgartenamtes hatten in der Altmannsdorfer Straße die Blausieb-Schäden entdeckt, berichtet Direktor Rainer Weisgram.

Hässlich und geradzu boshaft

Das Problem: Hässlich und geradezu boshaft, wie der Blausieb ist, verweigert er sich auch jeglicher Wirkung von Schädlingsbekämpfungsmitteln. Daher hilft laut Stadtgartenamt nur: Die Kettensäge. 150 Bäume sollen gefällt und verbrannt werden.

Nach dem Baumgemetzel soll im April eine neue Allee von Zürgelbäumen (Celtis australis) gepflanzt werden. Eine der wenigen Arten, von denen bis jetzt nicht bekannt ist, dass sie je vom Blausieb verunstaltet worden sei. (frei/DER STANDARD; Printausgabe, 8.3.2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eine Blausiebraupe, fressend. Die Wandlung in einen Schmetterling macht sie nicht attraktiver.

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