Rückgabe-Run auf Tierheime in Westösterreich

13. März 2006, 11:23
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"Plötzlich haben alle eine Katzenallergie"

Recht unterschiedlich reagieren die Österreicher derzeit auf das Bekanntwerden der Fälle von Vogelgrippe bei Katzen. Während im Westen derzeit deutlich mehr Stubentiger in Tierheimen abgegeben werden ist im Osten eher vorerst noch Gelassenheit angesagt.

Im Vorarlberger Tierschutzheim in Dornbirn werden derzeit vier bis fünfmal so viele Katzen wie gewöhnlich abgegeben. "In den letzten fünf Tagen waren es 19 Katzen, es ist furchtbar", hieß es am Dienstag. Nicht nur die Telefone liefen heiß, auch so manche Katzenabgeber wurden zornig, wenn man Bedenken hinsichtlich der Vogelgrippe zerstreuen wolle.

"Die Panik scheint erst am Anfang zu sein"

Nicht viel anders die Situation in Tirol: Statt wie früher nur einer würden inzwischen täglich fünf Katzen ins Tierheim gebracht. "Die Panik scheint erst am Anfang zu sein. Dabei geben die wenigsten zu, dass sie Angst vor der Vogelgrippe haben, plötzlich haben alle eine Katzenallergie", meinte Inge Welzig vom Tierheim Mentelberg bei Innsbruck.

Die Tierheime in der Steiermark freuen sich hingegen über das besonnene Verhalten der Bevölkerung. Derzeit werden nicht mehr Tiere abgegeben als sonst jahreszeitlich üblich. Dasselbe galt für die östlichen Bundesländer. Im Tierschutzhaus in Vösendorf bei Wien sind derzeit 900 Katzen untergebracht. Vogelgrippetests werden nicht routinemäßig durchgeführt.

Viele Katzenhaushalte

Österreichweit leben in 819.200 Haushalten eine oder mehrere Katzen, das ist ein Viertel aller Haushalte. Die meisten Menschen und Miezen leben laut Statistik Austria in Kärnten und in der Steiermark zusammen - jeder dritte Haushalt im südlichen Österreich ist mit Katze oder Kater bestückt. In Wien schnurrt es nur in jeder zehnten Wohnung.

Jeder fünfte Österreicher ist für einen verpflichtenden Hausarrest auch für Hauskatzen. Das ist das Ergebnis einer OGM-Umfrage (500 Befragte), die im Auftrag der ORF-Sendung "Report" durchgeführt wurde. (APA, simo/DER STANDARD; Printausgabe, 8.3.2006)

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