Kunsthistoriker-Protest gegen Seipel-Weisung

7. März 2006, 18:38
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"Quasi-Hausverbot" sei "nicht tolerierbar"

Wien - Manfred Leithe-Jasper, Ex-Chef der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums, musste auf Weisung von Generaldirektor Wilfried Seipel seine Zutrittskarte abgeben, nachdem er im STANDARD die Sicherheitsmängel kritisiert hatte. Seipel begründet die Maßnahme nachträglich mit "sicherheitstechnischen" und "organisatorischen Gründen".

30 Kunsthistoriker aus der ganzen Welt protestieren nun gegen das "Quasi-Hausverbot": Es sei "nicht tolerierbar", einem hervorragenden Wissenschafter den Zutritt zu Sammlung und Bibliothek zu verwehren. Man fordert Seipel auf, "die Zutrittskarte zurückzugeben und die Benützung der wissenschaftlichen Einrichtungen ohne schriftliche Genehmigung zu gestatten".

Unterzeichnet wurde der Offene Brief u. a. von Artur Rosenauer, Hermann Fillitz, Fritz Koreny (Wien), Charles Hope (London), Jan Bakos (Bratislava), Beatrice Fromm (Berlin), James David Draper (New York), Alan P. Darr (Detroit), Alison Luchs und Debra Pincus (Washington). (trenk/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 3. 2006)

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